Aktuelle Meldungen

04.03.2018

Vogel des Monats März 2018 - Neue Gänsesäger-Bruten in Westfalen

Seeadler
Gänsesäger mit Küken auf der Ruhr bei Binnerfeld HSK (© Barabara Hensel)

Im Register des Atlasbandes von 2002 über die Brutvögel Westfalens von 1989 bis 1994 ist der Artname "Gänsesäger" nicht zu finden. Dasselbe negative Ergebnis zeigt der dicke Brutvogelatlas von Nordrhein-Westfalen mit Kartierungsarbeiten ab etwa 2005. Im rheinischen Brut- und Wintervogelatlas von 2005 ist der Gänsesäger dagegen mit einem Brutnachweis erwähnt, weil Hermann Josef Beser und Walter Bähr Anfang Juli 1993 ein Weibchen mit zwei nicht-flüggen Jungvögeln auf dem Rhein bei Meerbusch (Kreis Neuss) beobachtet hatten.

Nun gibt es neue Hinweise auf Gänsesäger-Bruten aus Westfalen, von denen Eckhard Möller und Wolfgang Pott als „Vogel des Monats März 2018“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission der NWO berichten. Mit Fotos von Barbara Hensel.

26.02.2018

Neuer Charadrius erschienen

Das neueste Doppelheft des Charadrius ist gerade erschienen und wurde an die Mitglieder verschickt. Schwerpunkt des Heftes sind diesmal Greifvögel, aber auch viele andere ornithologische Themen werden behandelt. Gleich zwei Artikel widmen sich dem Rotmilan. Im ersten Artikel befassen sich Michael Jöbges et al. mit dem landesweiten Bestand und der besonderen Verantwortung Nordrhein-Westfalens für die eleganten Flieger. Knapp 3 % des Weltbestandes leben in unserem Bundesland! Der zweite Artikel befasst sich zwar mit einem kleineren Raum, ist aber nicht weniger von Interesse - im Rhein-Sieg-Kreis hat der Bestand des Rotmilans in jüngster Zeit deutlich zugenommen, wie die Studie von Jens Brune et al. zeigt. Mit unserem größten Greifvögel und einer unserer ornithologischen Sensationen des Jahres 2017 geht es weiter: Ingbert Schwinum et al. berichten von der erfolgreichen Ansiedlung und ersten nachgewiesenen Brut des Seeadlers in NRW. Außerdem berichten Dick Visser und Lisette van Rens über mögliche Auswirkungen geplanter Windkraftanlagen im Reichswald bei Kleve auf Zugvögel. Die interessante Entwicklung der Brutvogelbestände in der Teichbachaue im Kreis Heinsberg ist Gegenstand eines Artikels von Gottfried Rütten et al.
Rubriken wie die Vögel des Monats oder Berichte über die aktuellen Preisträger runden das Heft ab. Leider sind in jüngster Zeit außerordentlich verdiente Ornithologen von uns gegangen. In Nachrufen wird an Ulrich Wille, Hans Christoph Stamm, Dr. Theodor Mebs und Herbert Hubatsch erinnert.

Das Heft kann wie gewohnt über die NWO-Geschäftsstelle, c/o Veronika Huisman-Fiegen, Leydelstr. 26, 47802 Krefeld, Tel. 0 21 51 / 56 12 27, Mail: Veronika Huisman-Fiegen (huisman-fiegen@nw-ornithologen.de) bezogen werden.

21.02.2018

Schade

Offensichtlich nicht auf der Prioritätenliste: Naturschutz in der Agrarlandschaft - Feldlerche (© Hans Glader)

2010 hat die NWO die damals neue Rote Liste der Brutvogelarten Nordrhein-Westfalens der Öffentlichkeit vorgestellt – im Ministerium in Düsseldorf bei einem Pressegespräch gemeinsam mit Minister Eckard Uhlenberg. Eine Anerkennung dessen, dass politisch Handlungsbedarf besteht. Und zugleich eine Geste des Respekts ehrenamtlicher wie professioneller Arbeit, ohne die eine Rote Liste nicht zustande käme. 2017 hat sich die NWO um einen entsprechenden Termin bei Ministerin Schulze-Föcking bemüht. Leider hatte die Ministerin keine Zeit. Das lässt Prioritäten erkennen. Schade!

21.02.2018

Dramatische Bestandsrücke: neue Rote Liste der Brutvögel NRWs

Schwarzstörchen geht es dank intensiver Schutzbemühungen etwas besser (© Hans Glader)
Star
Prominenter Neuzugang auf der Roten Liste: Stare gelten als gefährdet (© Hans Glader)

Rote Listen spiegeln die Gefährdung unserer Vogelwelt wieder. Sie können stellvertretend für den Zustand der Natur in einem Raum sein. Die letzte Inventur der Vogelwelt Nordrhein-Westfalens liegt bereits fast zehn Jahre zurück, doch jetzt gibt es gleich zwei neue Rote Listen. Eine behandelt die Brutvögel, die andere die wandernden Vogelarten in unserem Bundesland. Sie sind ein Gemeinschaftprojekt von LANUV und NWO.

Die Zahl gefährdeter Arten ist seit den 1980er Jahren ganz leicht gesunken. Dennoch ist weiterhin rund die Hälfte der 188 Brutvogelarten NRWs bei uns ausgestorben oder gefährdet. Weitere zwölf Arten stehen auf der Vorwarnliste - auch ihr Bestandstrend ist rückläufig. Gute Nachrichten gibt es bei einigen Flaggschiffarten des Naturschutzes - Vogelarten, für die in den letzten Jahren intensive Schutzmaßnahmen durchgeführt wurden und bei denen sich die starke Reduzierung der direkten Verfolgung bemerkbar macht. Dazu gehören Arten wie Wanderfalke, Uhu und unsere beiden Storchenarten - Weißstorch und Schwarzstorch.

Leider gibt es jedoch auch eine lange Liste an negativen Entwicklungen. Mit Ortolan und Haubenlerche sind zwei weitere ehemals verbreitete Brutvögel verschwunden. Katastrophal sieht die Situation für die meisten Wiesenvögel aus - Bekassine, Uferschnepfe und Braunkehlchen sind akut vom Aussterben bedroht und in der Agrarlandschaft sind mittlerweile auch ehemalige Allerweltsvogelarten wie Rebhuhn, Feldlerche und Grauammer gefährdet. Selbst der einst überall häufige Star musste in den Kreis der gefährdeten Arten aufgenommen werden, in dem andere einst häufige Arten wie der Feldsperling oder die heimischen Schwalbenarten aufgrund lang anhaltender negativer Bestandstrends bereits zu finden sind.

Nicht besser sieht es bei den wandernden Vogelarten aus: 71 Arten und Unterarten (30 %), die regelmäßig durch NRW wandern, mussten in die Rote Liste aufgenommen werden. Vogelarten, die ihren Hauptlebensraum im Offenland haben, sind deutlich stärker gefährdet als solche, die hauptsächlich in Wäldern oder in Siedlungen auftreten. Langstreckenzieher sind außerdem gefährdeter als Kurzstreckenzieher oder Standvogelarten.

Die Autoren der Roten Liste kommen zu dem Schluss, dass einerseits Naturschutz in NRW in den bestehenden Schutzgebieten deutlich ausgeweitet werden muss, andererseits erfolgversprechende Anstrengungen zum Erhalt der Artenvielfalt endlich auch auf großen Flächen des Landes wirksam werden müssen.

LANUV und NWO haben eine gemeinsame, ausführliche Presseerklärung herausgeben. Beide Roten Listen können als aktuelles Charadrius-Heft bestellt werden.

Bezug über Veronika Huisman-Fiegen, Leydelstr. 26, 47802 Krefeld, Tel. 0 21 51 / 56 12 27, Mail: Veronika Huisman-Fiegen (huisman-fiegen@nw-ornithologen.de)

07.02.2018

Schwerpunktheft Spechte: Neuer Charadrius erschienen

Das neueste Doppelheft des Charadrius ist gerade erschienen und wurde an die Mitglieder verschickt. Das 114 Seiten starke Heft widmet sich beinahe ausschließlich den Spechten. Anlässlich der Jubiläumstagung 2015 zu 25 Jahren Fachgruppe Spechte in der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft hatten sich mehr als 60 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Ascheberg-Davensberg in NRW getroffen. Ausrichter war die NWO, zusammen mit dem NABU NRW, der Naturschutzstation Münsterland und der Vogelschutzwarte im LANUV. Das vorliegende Heft fasst die Beiträge des Treffens als Tagungsband zusammen. Besonders spannend aus NRW-Sicht sind ein Überblicksartikel über Spechte in NRW von Jo Weiss, Berichte zu Besiedlungsmustern des Mittelspechtes im Münsterland und zur Bestandsentwicklung des Grauspechts im Arnsberger Wald sowie eine Einschätzung von Michael Jöbges darüber, was EU-Vogelschutzgebiete für den Schutz der Spechtarten in NRW bringen.

Weitere 16 Artikel beleuchten die verschiedensten Facetten der Spechtbiologie und heben die besondere Bedeutung von Spechthöhlen für nachfolgende Arten und damit die Artenvielfalt im Wald hervor. Ein Ergebnis der Tagung war auch eine Resolution zum Schutz der Spechtbäume in Wirtschaftswäldern, die hier ebenfalls noch einmal nachgelesen werden kann. Ergänzt wird das Heft durch fünf „Vögel des Monats“ sowie Literaturbesprechungen.

Das Heft kann wie gewohnt über die NWO-Geschäftsstelle, c/o Veronika Huisman-Fiegen, Leydelstr. 26, 47802 Krefeld, Tel. 0 21 51 / 56 12 27, Mail: Veronika Huisman-Fiegen (huisman-fiegen@nw-ornithologen.de) bezogen werden.

06.02.2018

NWO-Exkursion 2018 in den Nationalpark Eifel

Dreiborner Hochflaeche
Die Dreiborner Hochfläche im Nationalpark Eifel (© Darius Stiels)

Die diesjährige NWO-Exkursion führt uns auf die Dreiborner Hochfläche im Nationalpark Eifel. Am Sonntag, den 10. Juni 2018 treffen wir uns um 10.00 Uhr auf dem Parkplatz Dreiborner Hochfläche (Thol, Schleiden-Dreiborn (50,5399° n. Br., 6,3948° ö. L.). Sönke Twietmeyer vom Nationalpark Eifel wird uns durch das 2004 eingerichtete Schutzgebiet führen - den einzigen Nationalpark in NRW. Die Dreiborner Hochfläche umfasst den ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang und beherbergt einige der wertvollsten Offenlandlebensräume im Land. Es erwartet uns eine reiche Vogelwelt mit Wiesenpiepern und Feldlerchen in erstaunlichen Dichten. Auch Neuntöter und Schwarzkehlchen leben dort, und alljährlich gibt es mehrere Reviere des Orpheusspötters, auf die ebenfalls realistische Chancen bestehen. Mehr Glück braucht man für Wendehälse, und wir drücken die Daumen, dass die 2017 als Brutvogel nachgewiesene Brillengrasmücke wiederkommt. Die weiten, offenen Flächen beherbergen unzählige Tagfalter, und der weite Ausblick erhöht die Chancen auf eine glückliche Sichtung von Schwarzstörchen und Greifvögeln - im Jahr 2017 wurden im Juni sogar Mönchs- und Gänsegeier nachgewiesen.

Wir werden drei bis vier Stunden wandern. Bitte denken Sie an Fernglas, festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung (Regen- und Sonnenschutz) und eventuell etwas Selbstverpflegung (Getränke, Snacks), da während der Wanderung keine Einkehrmöglichkeit besteht. Nach der Wanderung fahren wir (ggf. Fahrgemeinschaften bilden) zur Burg Vogelsang, wo wir im Bistro gemeinsam etwas essen und trinken. Wer möchte, kann dort natürlich auch die Ausstellung besuchen.

Die Teilnahme ist kostenlos, Essen und Trinken müssen jedoch selbst bezahlt werden, an Burg Vogelsang fallen ggf. Parkgebühren an und der optionale Besuch der Ausstellung ist ebenfalls kostenpflichtig.

Zur besseren Planung bitten wir um vorherige Anmeldung unter Angabe, ob ein Besuch des Bistros auf Burg Vogelsang geplant ist.

Anmeldungen bitte bis zum 05. Juni bei der NWO-Geschäftsstelle, c/o Veronika Huisman-Fiegen, Leydelstr. 26, 47802 Krefeld, Tel. 0 21 51 / 56 12 27, Mail: Veronika Huisman-Fiegen (huisman-fiegen@nw-ornithologen.de)

05.02.2018

Bemerkenswerte Vögel am Niederrhein 2017

Von Singschwan bis Grauammer: Der aktuelle Jahresbericht 2017 für den Niederrhein ist gerade erschienen. Daniel Hubatsch und sein Team haben Tausende Meldungen auf ornitho.de und anderen Portalen durchforstet und die interessantesten Beobachtungen des vergangenen Jahres in einem zwölf Seiten starken Bericht ausgezeichnet aufbereitet und zusammengefasst. Dank geht auch an die vielen Fotografen, die zahlreiche ausgezeichnete Fotos beisteuerten. Wer bisher die vielen schönen Gegenden am Niederrhein noch nicht mit dem Fernglas aufgesucht hat, wird das nun sicherlich nachholen wollen. Der Bericht beinhaltet viele seltene Ausnahmeerscheinungen, aber auch Informationen über unregelmäßige Gäste und unterstreicht damit einmal mehr, dass die Region zwischen Mönchengladbach und Kleve eine der Beobachtungshotspots in Nordrhein-Westfalen ist.

Wir wünschen viel Spaß beim Schmökern und Lesen.

04.02.2018

Vogel des Monats Februar 2018 - Die Strandpieper von Fröndenberg

Seeadler
Einer der Strandpieper von Fröndenberg
(© Kathrin Schidelko & Darius Stiels/ZFMK)

In früheren Zeiten war es weit verbreitet Vögel zu töten und zu präparieren. Die Präparate gelangen dann in der Regel in die ornithologischen Sammlungen großer Museen. Heutzutage werden vor allem tot gefundende Vögel gesammelt. Seltener werden die Vögel auch noch zu wissenschaftlichen Zwecken getötet, beispielsweise bei der Beschreibung neuer Arten oder um ein überprüfbares Inventar der Vogelwelt in wenig erforschten Regionen anzulegen. Bis in die 1960er Jahre wurden aber auch in Nordrhein-Westfalen seltene Vögel gesammelt, um so beispielsweise jederzeit einen nachprüfbaren Nachweis über ihr Vorkommen zu haben und die Artbestimmung überprüfen zu können. Aus diesem Grund sind aus dieser Zeit einige Präparate von Arten wie Bienenfresser, Sumpfläufer, Rötelschwalbe und Strandpieper erhalten, die in das LWL-Naturkundemuseum in Münster oder das Museum Alexander Koenig in Bonn gelangten.

Die Geschichte dieser Vögel erzählt Eckhard Möller nun als „Vogel des Monats Februar 2018“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission der NWO. Mit Fotos aus dem LWL-Naturkundemuseum und dem Museum Koenig.