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Aktuelle Meldungen
18.05.2025
Spechtnachwuchs macht sich lautstark bemerkbar
Wer in der zweiten Maihälfte mit offenem Ohr im Wald spazieren geht, kann es eigentlich nicht überhören: die Spechtjungvögel betteln lautstark.
Dass Spechte Höhlen zimmern und darin brüten, weiß (hoffentlich) jedes Kind. Der Aufwand, Höhlen zu bauen, ist für die Vögel beträchtlich, aber das Brüten in Höhlen bringt einige Vorteile mit sich. In Höhlen sind die Jungen weitestgehend vor Witterungseinflüssen geschützt – eine gute Baumhöhle ist warm und trocken und bietet Schutz vor möglichen Fressfeinden. Es ist entsprechend wenig überraschend, dass Höhlenbrüter eine längere Nestlingszeit haben als vergleichbare Arten, die in offenen Nestern brüten. Obwohl sie bereits früh mit der Brut beginnen, werden junge Buntspechte erst Ende Mai, Anfang Juni flügge – gebietsweise kann es auch noch etwas später sein. Die gesamte Brutzeit aus Brut- und Nestlingsdauer bzw. anschließender Führungszeit dauert bei den kleineren Arten vielfach 40 bis 50 Tage, bei Grün- und Grauspecht knapp 70 und beim Schwarzspecht meist sogar über 70 Tage.
Bei den meisten heimischen Spechtarten umfasst ein Gelege etwa vier bis sieben oder acht glänzend weiße Eier – eine Tarnung ist in der Baumhöhle nicht notwendig. Beim Schwarzspecht sind es typischerweise drei bis fünf Eier, beim verwandtschaftlich ebenfalls zu den Spechten gehörenden Wendehals können es dagegen bis zu 14 Eier sein. Grünspechte und Schwarzspechte verwenden ihre Höhlen übrigens mehrfach, während die anderen Arten fast immer alljährlich neue Höhlen zimmern.
Im Mai sind die geschlüpften jungen Buntspechte nicht zu überhören. Ihre Bettelrufe sind laute anhaltende Rufreihen (gsi-gsi-gsi…), die während des ganzen Tages geäußert werden. Entfernt und für Vogelstimmen-Apps erinnern sie vielleicht ein bisschen an die Rufe des Kleinspechtes. Die Bettellaute hallen erstaunlich weit. Sie sind für die Eltern das Signal, unablässig Futter herbeizubringen – meist sind es Insekten und andere Wirbellose bzw. deren Larven, die Buntspechte mit ihrer geschickten Zunge unter der Borke von Bäumen hervorsuchen. Ein besonders reiches Nahrungshabitat ist stehendes Totholz, das zudem sehr gut geeignet ist, Höhlen anzulegen. Als Generalisten sind Buntspechte aber nicht nur in Wäldern, sondern auch in halboffenen Landschaften und selbst in Parks und Gärten auch im Siedlungsbereich anzutreffen.
Junge Buntspechte tragen eine auffallend rote Kopfplatte, was sie deutlich von den Altvögeln unterscheidet. Sie ähneln damit durchaus Mittelspechten. Es gibt jedoch einige Merkmale zur Unterscheidung. Hier gehen wir genauer darauf ein.
Wie gewohnt bitten wir, bettelnde Spechte in ornitho.de einzutragen. Sichere Brutnachweise mit hohen Brutzeitcodes (bettelnde Jungvögel im Nest bedeutet „C16“, der höchste verfügbare Brutzeitcode) sind bei vielen Vogelarten, die über revieranzeigendes Verhalten nachgewiesen werden, nicht häufig. Durch Ihre Meldungen auf ornitho.de tragen Sie zum besseren Verständnis der Verbreitung und Ökologie der Spechte bei. Störungen am Nest sind aber selbstverständlich zu unterlassen. Wer mit der Bestimmung der Spechte und ihren Lautäußerungen bereits bestens vertraut ist, kann helfen, die Bestandsentwicklung dieser Artengruppe zu überwachen. Beteiligen Sie sich beim Spechtmonitoring im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel! Dazu wird im zeitigen Frühjahr eine Route zweimal jährlich begangen und eine Klangattrappe eingesetzt. Gerne richten wir hier auch neue Routen in Ihrer Nähe ein.
Quelle: Zahner & Wimmer 2019
16.05.2025
Sumpfrohrsänger beobachten und erfassen
Sumpfrohrsänger sind in NRW weit verbreitet. Allerdings ist ihre Verbreitung keineswegs gleichmäßig in der Landschaft verteilt. Oft findet man sie entlang von Gräben und Bächen. Ideale Voraussetzungen, um den unscheinbaren Vogel mit dem auffälligen Gesang entlang von Transekten zu erfassen und die Bestandsentwicklung dieses Vogels zu überwachen. Anfang bis Mitte Mai kehren sie aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück.
Rohrsänger sind eine äußerlich homogen erscheinende Gruppe – auf den ersten Blick sehen viele von ihnen fast gleich aus. Tatsächlich zeigen sie jedoch eine erstaunliche Vielfalt an Anpassungen und evolutionären Strategien. Die Brutbiologie unterscheidet sich enorm, Gesänge sind charakteristisch und auch die Lebensräume sind vielfältig. Auch wenn Arten wie der Teichrohrsänger und der bei uns mittlerweile extrem seltene Drosselrohrsänger zur Brut auf Schilf- und Röhrichtgebiete angewiesen sind, gilt das nicht ausnahmslos. Teichrohrsänger singen auf dem Durchzug, der bei uns bis Ende Mai/Anfang Juni dauern kann, oft aus Hecken und Gebüschen. Sumpfrohrsänger leben dagegen bei uns vor allem in stickstoffliebenden Hochstaudenfluren wie Brennnessel- und Staudenknöterichbeständen. Bis vor einigen Jahrzehnten waren Sumpfrohrsänger als Brutvögel selbst in Getreidefeldern weit verbreitet und der Name „Getreiderohrsänger“ war durchaus üblich. Heute steht das Korn nicht mehr so hoch – Wachstumshemmer und spezielle Sorten machen es möglich und steigern den Ertrag. Vereinzelt findet man Sumpfrohrsänger aber auch heute noch in Getreide, insbesondere im Biolandbau, wo das Korn höher wächst und manchmal beispielsweise auch ein höherwüchsiges Gemisch aus Erbse und Triticale angebaut wird.
Sumpfrohrsänger sind berühmt für ihren Gesang. Kaum eine andere Art baut so viele Imitationen anderer Vogelstimmen in ihren Gesang ein wie Sumpfrohrsänger. Wer genau hinhört, wird neben europäischen Vogelarten auch solche heraushören, deren Lautäußerungen Sumpfrohrsänger im afrikanischen Winterquartier erlernt haben. Der Gesang des Sumpfrohrsängers erinnert ansonsten entfernt an den der seltenen Blaukehlchen oder Orpheusspötter. Beim ebenfalls etwas ähnlich klingenden Gelbspötter sind die quietschenden Motive charakteristisch.
Wer sich an der Erfassung des Sumpfrohrsängers beteiligen möchte, ist eingeladen, sich am Monitoring seltener Brutvögel (MsB) zu beteiligen. Das Monitoring der „Röhrichtbrüter“ bietet sich eigentlich in NRW nur in ganz wenigen Gebieten an, da großräumige Röhrichte nur noch in wenigen Schutzgebieten vorkommen. Bei diesem Monitoring werden Gebiete entlang von Transekten erfasst. Aber gerade entlang von Gräben, Bächen und Flüssen in der Normallandschaft bietet es sich an, sich an diesem Monitoringmodul zu beteiligen. Das Modul umfasst insgesamt nur drei frühmorgendliche Begehungen (je eine Begehung innerhalb der ersten beiden Dekaden von April, Mai und Juni). Dabei werden natürlich nicht nur Sumpfrohrsänger erfasst, sondern eine ganze Reihe anderer Arten wie Rohrammer und Teichrohrsänger oder, wo die Art noch vorkommt, der Kuckuck. Über die erweiterte Artenliste lassen sich auch Wasservögel wie Stock- und Schnatterente, Teichhuhn und andere erfassen. Weitere Informationen zum MsB Röhrichtbrüter finden Sie hier. Wo Sumpfrohrsänger im Umfeld von Gewässern vorkommen, bietet sich auch das MsB Binnengewässerarten an, bei dem das Gesamtgewässer samt Uferbereich das Erfassungsgebiet bildet. Gerne richten wir mit Ihnen gemeinsam neue Transekte oder Erfassungsgebiete auch in Ihrer Nähe für Sie ein. Die Daten aus dem MsB gehen übrigens auch in ADEBAR 2 ein, so dass sich das Vogelmonitoring und das Atlasprojekt ideal ergänzen. In diesem Jahr hat die Saison schon begonnen, wir würden uns aber freuen, Sie ab 2027 beim MsB der brütenden Wasservögel begrüßen zu dürfen.
15.05.2026
Start in die Bienenfressersaison und Rückblick auf 2025
Am 21. Mai beginnt die diesjährige Saison für das Monitoring des Bienenfressers im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel. Dazu werden die Vögel in ihren Kolonien erfasst. Das Bienenfressermonitoring wird von der entsprechenden Fachgruppe der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft (DOG) und dem DDA organisiert.
Bienenfresser sind eine ursprünglich vor allem mediterran verbreitete koloniebrütende Vogelart, die sich in Mitteleuropa in den letzten Jahren deutlich nach Norden ausgebreitet hat. In NRW sind Bienenfresser aber weiterhin ausgesprochen seltene Brutvögel und aktuell ist unklar, ob und inwieweit die Ausbreitung weiter fortschreitet. Die aktuellsten Verbreitungsmodelle, die sich auf die klimatischen Bedingungen konzentrieren, sehen viele Gebiete in NRW als geeignet an. Lebensraum und Nahrungsverfügbarkeit müssen aber natürlich auch stimmen.
Die Fachgruppe der DOG hat in ihrem Feedback Zahlen aus dem letzten Jahr veröffentlicht. Demnach wurden in Deutschland 2025 6175 Paare erfasst, wobei geschätzt 10 % der Paare unerfasst blieben, so dass von rund 6800 Brutpaaren in Deutschland ausgegangen werden kann. Das sind etwa 11 % mehr als im Vorjahr. Die höchsten Dichten wurden wieder in Südbaden erreicht. Auch in NRW war ein Bestandsanstieg zu verzeichnen, hier waren es 64 % mehr als im Vorjahr.
Zwar sind die meisten Kolonien bzw. Einzelvorkommen in NRW bekannt, aber Bienenfresser zeigen eine große Dynamik und können natürlich auch Brutplätze aufgeben oder neue besiedeln. Daher sollte auch in bisher unbesiedelten Regionen auf Bienenfresser geachtet werden. Bei Hinweisen auf eine Brut bitten wir Sie, sich mit der Landeskoordination in Verbindung zu setzen. Wer schon mitmacht, sollte ab Ende Mai seine Kolonie kontrollieren. Auch Nullmeldungen bzw. Kolonieaufgaben sind selbstverständlich von Interesse. Die Daten können mittlerweile bequem im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel via ornitho.de übermittelt werden. Alle Informationen zum Monitoring des vielleicht buntesten Brutvogels unseres Bundeslandes sowie den vollständigen Feedback-Bericht der DO-G-Fachgruppe finden Sie hier.
09.05.2026
World Migratory Bird Day – Internationaler Zugvogeltag
Am heutigen 9. Mai ist World Migratory Bird Day 2026 (#WMBD). Ursprünglich in Nordamerika am Smithsonian Institut initiiert, wird das Ereignis mittlerweile global begangen und u.a. sind die UN-Institutionen AEWA (Afrikanisch-Eurasisches Wasservogelabkommen) und CMS (Abkommen über wandernde Arten), jeweils mit Sitz in NRW (Bonn), ebenfalls dabei.
Zugvögel sind stärker gefährdet als andere Vogelarten. NRW ist einerseits Durchzugs- und Winterquartier für zahlreiche Brutvögel des Nordens, gleichzeitig sind viele unserer Brutvögel Kurz- oder Langstreckenzieher, die im Mittelmeerraum oder sogar in Afrika südlich der Sahara überwintern. Diese Vogelarten verbinden damit über Länder und sogar Kontinente hinweg, gleichzeitig sind sie so aber auch einer Vielzahl von Gefährdungen ausgesetzt. Neben den Bedrohungen bei uns im Brutgebiet, die für die meisten Arten entscheidend sind, kommen Einflüsse auf dem Zug und im Winterquartier hinzu. Zerstörungen des Lebensraumes, direkte Verfolgung und der Klimawandel können an unterschiedlichen Orten während des Jahreszyklus die Populationen gefährden.
Für uns wächst daraus eine große Verantwortung. „Unsere“ Vögel verbringen womöglich den größten Teil des Jahres anderswo, aber wir müssen sicherstellen, dass sie bei uns erfolgreich ihre Junge großziehen können und geeignete Rast- und Winterlebensräume vorfinden. NRW gehört zu den wenigen Bundesländern, für die eine Rote Liste speziell für Zugvögel vorliegt. Von 233 wandernden Zugvogeltaxa in 230 Arten mussten 30 % (71 Arten) in die Rote Liste aufgenommen werden, weitere 20 (9 %) stehen auf der Vorwarnliste. Beim Schutz der Zugvögel gibt es also noch viel zu tun, um das Verschwinden weiterer Arten aufzuhalten und dann auch eine echte Trendwende zu erreichen.
Wir möchten am World Migratory Bird Day aber nicht nur auf die Bedrohung der Zugvögel aufmerksam machen, sondern auch Begeisterung für diese Vogelgruppe wecken. Sei es durch ihre Bedeutung für das Funktionieren globaler Ökosysteme, die Bewunderung für die erstaunlichen Flugleistungen oder die Freude, die wohl alle empfinden, die singenden Nachtigallen und Blaukehlchen lauschen oder Bienenfressern bei der Insektenjagd zuschauen.
04.05.2026
Rückblick auf das Birdrace 2026 in NRW
Am vergangenen Samstag fand das Birdrace 2026 statt. Wer es noch nicht gemacht hat, sollte möglichst schnell seine Beobachtungen noch nachtragen. Die im folgenden genannten Ergebnisse sind also vorläufig, geben aber bereits einen guten Einblick in das Rennen.
Das Birdrace begann nach einer klaren, nicht zu kalten Nacht vielerorts sonnig. Später kam vielfach etwas Wind auf und am Nachmittag oder Abend gab es in vielen Regionen Regenschauer, die das ein oder andere Team zu einer Unterbrechung oder auch zum Abbruch zwangen. Dennoch waren die Bedingungen insgesamt günstig. Der vergleichsweise frühe Termin führte jedoch dazu, dass das ein oder andere Team spät heimkehrende Langstreckenzieher noch nicht auf die Artenliste setzen konnte. Andererseits gab es durchaus merkliches Rast- und Zuggeschehen, so dass auch wieder einige Besonderheiten festgestellt wurden. Beispielhaft seien eine Weißbart-Seeschwalbe in den Rieselfeldern Münster oder ein Ohrentaucher im Prachtkleid in Minden erwähnt.
Das erfreulichste Ergebnis des Birdrace ist aber die breite Teilnahme. NRW ist das Ursprungsland des Birdrace. Hier gingen 519 Birdracer:innen in 174 Teams an den Start. Die meisten Teams waren in NRW in Münster unterwegs (37); mit etwas Abstand folgen der Rhein-Sieg-Kreis (12) und Herford (11).
Das Birdrace 2026 war ein Spendenrennen für ADEBAR 2. Bundesweit wurde pro Art oder pauschal Geld für die Durchführung dieses Großprojektes gesammelt. Die bundesweit 1057 angemeldeten Teams haben demnach zugesagt, mindestens 52.894,06 € zu spenden. Bei den generierten Spenden war NRW mittlerweile schon traditionell ganz vorne mit dabei. Wer das Birdrace schon länger verfolgt, wird sich nicht wundern, dass zwei NRW-Teams in den Top 3 sind: Das TEAM BO-BACHTER aus Bochum sammelte 4640,00 € und Birding for Nature aus Bonn konnte 4225,65 € für den guten Zweck einnehmen. Nicht unerwähnt lassen möchten wir die HA-selhühner (Hagen), die 1389,00 € Spendengelder aquirieren konnten.
Beim Birdrace geht es den Teams aber natürlich darum, auch möglichst viele Arten innerhalb von 24 Stunden zu beobachten. In NRW wurden so insgesamt 220 Arten festgestellt. Die in ornitho.de eingegebenen Birdrace-Beobachtungen verbessern dabei die Datengrundlage für ADEBAR 2 und andere Auswertungen enorm, so dass das Birdrace auch einen großen fachlichen Nutzen hat, der ganz nebenbei gewonnen wird. Die Top-Kreise in NRW waren dieses Jahr Münster (162 Arten, Platz 14 bundesweit), Borken (142 Arten, Platz 58 bundesweit) und der Rhein-Sieg-Kreis (139 Arten, Platz 60 bundesweit).
Die drei Teams mit den meisten Arten in einem Kreis kamen alle aus Münster: 1) Quail Force One (141 Arten), 2) Willst Du viel, find den Triel (138 Arten) und 3) münSTARaner fachSCHAFTSTELZEN (131 Arten). Die Teams mit den meisten Arten, die keine außergewöhnlichen Rieselfelder zur Verfügung hatten, waren die Flutmuldenmafia im Kreis Wesel (130 Arten) und die BOR-Seeschwalben im Kreis Borken (125 Arten). In der Singvogelwertung sah es dagegen etwas anders aus. Hier haben die Bielefeld Birder gewonnen (66 Arten), dicht gefolgt von den Hellweg-Bördern und Willst Du viel, find den Triel (je 65 Arten) sowie Quail Force One und den VIEtissen (je 64 Arten).
Eine Vielzahl an Teams war umweltfreundlich per Rad, zu Fuß bzw. mit Öffis unterwegs. Bei aller freundschaftlichen Konkurrenz überwog bei allen Teams die Freude über das gemeinsame Erlebnis Vogelbeobachtung. Verpasste Arten werden vergessen, verdrängt oder sich einfach für nächstes Jahr vorgenommen. Nach dem Birdrace ist vor dem Birdrace. Auch 2027 wird es sicherlich wieder ein Rennen geben! Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden. Genießt Euren Triumph, egal ob mit ein paar Arten beim Familienspaziergang oder beim 24-Stunden-Rennen.
28.04.2026
Das Birdrace 2026 steht vor der Tür
(© Hans Glader)
Für manche ist es der höchste ornithologische Feiertag, andere nehmen es ernster, aber letztlich steht für alle Teilnehmenden immer die Freude an der Vogelbeobachtung im Mittelpunkt. Am 02. Mai ist das Birdrace 2026 und die Anmeldung wurde gerade eröffnet.
Beim Birdrace geht es darum, einen ganzen Tag lang gemeinsam draußen in der Natur Vögel zu beobachten. Ziel ist es, innerhalb von 24 Stunden von Mitternacht bis Mitternacht in seiner Stadt oder seinem Kreis möglichst viele wildlebende Vogelarten zu beobachten. Es ist egal, ob die Vögel gesehen oder gehört werden. Beim Birdrace rennen also nicht die Vögel, sondern die Beobachtenden. Manche mögen den kompetitiven Teil, wobei auch hier der olympische Gedanke im Vordergrund steht. Es gibt aber keine Dopingagentur und als Dopingmittel gelten vor allem Süßigkeiten und Kaffee oder Tee. Zwar gibt es auch einige Preise zu gewinnen, aber diese werden verlost und hängen nicht von der Artenzahl ab. Für die Zahl der festgestellten Arten zählt am Ende das Ehrenwort.
Beim Birdrace geht es aber um viel mehr als um eine lange Artenliste. Das Birdrace ist auch ein Spendenrennen. Es werden wieder Spenden für einen guten Zweck gesammelt. In diesem Jahr kommt das Geld dem neuen Atlas Deutscher Brutvögel (ADEBAR 2) zugute. Dieser wird nach Fertigstellung eine ganz wichtige Basis für Vogelschutz und Vogelforschung in Deutschland werden. Beim Birdrace werden außerdem wieder ehrenamtlich Tausende ornithologische Daten erhoben, die unser Wissen über die Vogelwelt deutlich erweitern. Vor allem aber ist das Birdrace eine tolle Gelegenheit, Werbung für die Vogelbeobachtung als Hobby zu machen, aber eben auch auf Bedrohungen für die Vogelwelt aufmerksam zu machen. Glücklich sind die Teams, die noch eine sichere Stelle für den Feldsperling oder einen Girlitz entlang ihrer Route haben.
Die Regeln entsprechen denen der Vorjahre. Alle Teammitglieder können entweder gemeinsam im gleichen Kreis unterwegs sein oder, in der flexiblen Variante, die Mitglieder haben sich jeweils auf verschiedene Kreise aufgeteilt. Neben der Gesamtzahl gibt es eine Singvogel-Wertung, die auch Kreisen im Binnenland eine realistische Siegeschance einräumt. Teams bestehen aus zwei bis fünf Personen, natürlich darf auch alleine gestartet werden, aber die meisten möchten das Gemeinschaftsgefühl. Viele Teams sind umweltfreundlich unterwegs (per Rad, zu Fuß bzw. mit Öffis), aber auch Autoteams gibt es natürlich weiterhin, was nicht zuletzt auch mobilitätseingeschränkten Personen eine faire Teilnahme ermöglicht. Wie immer gilt aber natürlich: Das Wohl der Vögel geht vor!
Das Birdrace gibt es nun seit mehr als 20 Jahren und wir in NRW sind ein bisschen stolz, das Ursprungsland dieser tollen Idee in Deutschland unser eigen nennen zu dürfen. Wir hoffen dementsprechend, unser Bundesland ist wieder überragend vertreten. Alle Details und die Anmeldung gibt es hier.
Wir drücken die Daumen, dass das Wetter mitspielt, die Neuntöter schon angekommen sind, es endlich mit dem Nemesisvogel klappt, der Wecker laut genug am Morgen klingelt, der einzige Limikolenrastplatz im Kreis nicht verwaist ist und der Schwarzstorch bei der Mittagsrast über allen Teilnehmenden eine Extrarunde kreist.
27.04.2026
Weltmöwentag 2026
Möwen sind wohl eine der bekanntesten Vogelgruppen überhaupt. Die meisten Menschen verbinden sie mit Meeresküsten und Strandurlaub, dabei leben viele von ihnen auch im Binnenland. Allein 17 Arten (in noch mehr Unterarten) wurden bisher in NRW beobachtet. Einige sind bei uns Brutvögel.
Die häufigste und vielleicht bekannteste Möwe im Binnenland ist die Lachmöwe. Im Winter kommen Gäste aus Osteuropa zu uns. Lachmöwen sind nicht nur an Flüssen, Seen und Kanälen zu sehen, sondern auch an Bahnhöfen, in Fußgängerzonen oder auf Schulhöfen auf der Suche nach einer Mahlzeit. In der Feldflur suchen sie wie viele andere Möwenarten auch gerne hinter einem Traktor, der den Boden bearbeitet, nach Regenwürmern, Engerlingen und anderen Wirbellosen. Auch als Brutvogel treten Lachmöwen bei uns an wenigen Stellen im Tiefland auf. Ihre Bestände sind langfristig zurückgegangen. Vereinzelt wie im Zwillbrocker Venn brüten auch Schwarzkopfmöwen zwischen den Lachmöwen, die ansonsten seltene Durchzügler sind.
Die archetypische Küstenmöwe ist die Silbermöwe. Sie ist die Art, die die meisten vom Nordseeurlaub kennen und die auch Eiscreme oder Pommes nicht verachtet. Auch diese Art kommt aber im Binnenland vor. An der Küste haben die Bestände jüngst deutlich abgenommen. Bei uns leben aber auch einige sehr ähnliche Möwenarten wie Mittelmeermöwe, Steppenmöwe und die Heringsmöwe. Von der Steppenmöwe gelang erst vor wenigen Jahren der erste sichere Brutnachweis in NRW. Alle vier Arten brüten wie Silbermöwen auf Kiesinseln, einige aber auch häufig auf Dächern – teilweise in Innenstädten, teilweise auf großen Industrie- und Logistikhallen. Sie sehen sich vor allem in den Jugendkleidern, teilweise aber auch als Altvögel, sehr ähnlich und die zu beachtenden Gefiederdetails stellen alle Beobachtenden vor Herausforderungen. Diese Möwen hybridisieren miteinander und wahrscheinlich betrifft ein wesentlicher Anteil der bei uns beobachteten Vögel mittlerweile Nachkommen unterschiedlicher Elternarten. Zum Glück gibt es in ornitho.de den Eintrag „Großmöwe, unbestimmt“ und es ist keine Schande, davon Gebrauch zu machen und diese Vögel im Zweifelsfall unbestimmt zu lassen. Und natürlich gibt es ja auch noch genügend andere Möwenarten, die sich leichter bestimmen lassen.
In der Größe zwischen Lach- und Silbermöwen sind Sturmmöwen angesiedelt, die ebenfalls auch als Brutvögel in NRW vorkommen. Alle anderen Möwenarten tauchen bei uns nicht als Brutvögel auf. Mantelmöwen sind die größte Möwenart und haben mindestens die Größe eines Bussards. Sie sind regelmäßige Wintergäste aber tauchen nur in kleiner Zahl auf und sind in NRW in ihrem Vorkommen auf wenige Orte wie z.B. den Unteren Niederrhein beschränkt. Auch Zwergmöwen tauchen zu den Zugzeiten, meist im April und August, bei uns auf. Sie picken Nahrung von der Wasseroberfläche auf und erinnern dabei recht stark an einige Seeschwalben.
Die anderen bei uns festgestellten Möwenarten sind alle Ausnahmeerscheinungen. Beobachtungen sind große Glücksfälle, die bei unserer AviKom dokumentiert werden sollten. Eismöwe und Polarmöwe (inkl. der Kumlienmöwe) sind hocharktische Brutvögel. Manchmal tauchen sie im Winter unter anderen Möwen auf. Seitdem offene Mülldeponien der Vergangenheit angehören, wo viele Möwen Nahrung fanden, haben es nicht nur einige häufige Möwenarten schwieriger, auch Seltenheiten werden meist nicht mehr so oft entdeckt. Schwalbenmöwen sind ebenfalls hochnordische Brutvögel. Sie leben außerhalb der Brutzeit pelagisch, das heißt, sie sind Bewohner der offenen See – Beobachtungen im Binnenland sind entsprechend selten. Gleiches gilt für die Dreizehenmöwe, deren einziges deutsches Brutvorkommen auf Helgoland liegt. Bonapartemöwe, Präriemöwe, Ringschnabelmöwe und Aztekenmöwen sind Brutvögel Nordamerikas. Möwen können vergleichsweise alt werden und manche Individuen können über lange Zeit in Mitteleuropa beobachtet werden. Berühmt wurde eine „Atze“ getaufte Aztekenmöwe, aber auch bei der Ringschnabelmöwe gab bzw. gibt es wiederkehrende Individuen.
Wer helfen möchte, Möwen besser zu verstehen und etwas für ihren Schutz zu tun, kann selbst aktiv werden. Die Schlafplatzzählung der Möwen sucht ebenso wie die Brutbestandserfassung im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel weitere Aktive. Wenn Sie bisher nicht erfasste Brutkolonien oder Schlafgewässer kennen, sind diese Erfassungsprogramme genau das richtige für Sie. Möwen werden aber auch im Rahmen der Wasservogelzählung erfasst. Hier findet sich auch in Ihrer Nähe mit Sicherheit ein Zählgebiet.
Möwen sehen nicht alle gleich aus und verhalten sich auch keineswegs identisch und die Vielfalt in dieser Gruppe wird leicht unterschätzt. Die teilweise recht einfachen Beobachtungsmöglichkeiten machen sie zu beliebten Studienorganismen in der wissenschaftlichen Vogelkunde und auch unter Vogelbeobachtenden verdienen Möwen mehr Aufmerksamkeit.
24.04.2026
Watching people watching birds
Ein neuer Kinofilm hat großen Bezug zur NWO. Unter Beteiligung zahlreicher NWO-Ornis und einem Besuch der Filmer bei einem der vergangenen NWO-Tagungen entstand der Dokumentarfilm „Watching people watching birds“.
Der Film von Ulrike Franke und Michael Löken hat in Nordrhein-Westfalen am 6. Juni 2026 Premiere beim Kinofest Lünen. Die Weltpremiere war in Kopenhagen, die Deutschlandpremiere ist beim 41. DOK.fest in München. Die Filmemacher bewerben Ihren Film so „Politisch brisant, ernsthaft und doch humorvoll begleitet WATCHING PEOPLE WATCHING BIRDS Menschen, die sich mit Leidenschaft der Beobachtung von Vögeln widmen. Der weltberühmte Autor Jonathan Franzen, die Bäckereiverkäuferin oder das junge Ornithologenteam: sie alle eint die Liebe zu einer stark bedrohten Spezies. Durch ihre Augen und Ohren tauchen wir ein in die Welt der Vögel – eine Welt, die zu einer eindrucksvollen Metapher für den Zustand unseres Planeten wird.“
Weitere Informationen zum Film und der Trailer finden sich hier.