NetBet Casino : Expérience de Jeu Équilibrée et Satisfaisante
NetBet Casino propose une plateforme complète avec des jeux variés, des promotions attractives et une interface intuitive. Idéal pour les joueurs en quête d’un casino fiable et accessible à tous les niveaux.
Cresus Casino VIP : Luxe, Style et Privilèges Exclusifs
Découvrez l’expérience premium de Cresus Casino VIP, un lieu dédié aux amateurs de gaming haut de gamme. Avec ses offres exclusives, son service personnalisé et ses jeux de qualité, ce casino attire les joueurs exigeants.
Jackpot Bob Avis : Une Plateforme Dynamique et Accessible
Jackpot Bob Avis présente une offre diversifiée avec des jeux captivants et des bonus réguliers. Ce casino en ligne convient parfaitement aux nouveaux joueurs comme aux habitués grâce à sa simplicité et son efficacité.
SpaceFortuna Casino : Univers Immersif et Graphismes Innovants
Rejoignez SpaceFortuna Casino, une plateforme originale qui mélange thèmes futuristes, animations interactives et jeux passionnants. Parfait pour ceux qui recherchent une expérience ludique différente et immersive.
GameTwist : Jeux Gratuits et Ambiance Décontractée
GameTwist est idéal pour ceux qui souhaitent s’amuser sans mise financière. Ce site propose des jeux gratuits, des graphismes colorés et une ambiance légère, parfaite pour jouer en toute détente.
Amon Casino : Un Mélange Équilibré de Fun et de Sécurité
Amon Casino vous invite à profiter d’une plateforme moderne et sécurisée. Grâce à ses jeux variés, ses bonus attractifs et son interface fluide, c’est une destination appréciée par les joueurs occasionnels et réguliers.
Golden Vegas : Jeux de Qualité et Bonus Attractifs
Explorez Golden Vegas, un casino en ligne raffiné proposant des machines à sous immersives, des jeux en direct et des promotions alléchantes. Idéal pour ceux qui recherchent une expérience élégante et captivante.
Aktuelle Meldungen
07.06.2026
Weltseglertag: Mauersegler erfassen
Heute ist Weltseglertag! Vor dem Hintergrund der ADEBAR-Kartierungen geben wir Tipps zur Erfassung der Brutbestände der schnellen Flieger. Als Gebäudebrüter sind Mauersegler mittlerweile außerdem vielerorts schutzbedürftig.
Mauersegler sind die einzige in NRW als Brutvogel vorkommende Seglerart. Alpensegler als zweite in Deutschland brütende Art breiten sich entlang der Rheinschiene aus, haben es aus Süddeutschland nach Norden aber bisher erst bis Karlsruhe geschafft. Ob und wann sie auch NRW erreichen, vielleicht ja zuerst im Raum Bonn oder Köln, bleibt abzuwarten. Für den ADEBAR-2-Zeitraum wird es sicherlich knapp, da die Ausbreitungsgeschwindigkeit bisher nicht so hoch war.
Das nahezu einfarbig schwarze Gefieder, die sichelförmigen Flügel und die lauten „srieeh-srieeh-Rufe“ machen Mauersegler für Kartierende zum Glück ziemlich unverwechselbar. Die Vögel kommen meist Ende April/Anfang Mai aus dem Winterquartier zurück und ziehen nach der Brut um Ende Juli/Anfang August wieder ab und verbringen den Rest des Jahres auf dem Durchzug oder im afrikanischen Winterquartier quasi in der Luft. In NRW brüteten während des letzten Atlaszeitraums (Jahre 2005-2009) bei uns etwa 32.000 bis 62.000 Brutpaare. Mit einer Rasterfrequenz von 92 % war der Mauersegler nahezu flächendeckend verbreitet. Mauersegler haben allerdings Brutplätze durch Gebäudesanierungen verloren und sind als Luftplanktonjäger auch auf ausreichend Nahrung an Insekten und Spinnen angewiesen. Aus dem Vereinigten Königreich wissen wir außerdem, dass vor allem das Wetter zur Brutzeit großen Einfluss auf die Bestände haben kann (Finch et al. 2023, Ibis). Wir sind gespannt, zu welchen Ergebnissen die Kartierungen von ADEBAR 2 führen werden. Mauersegler sind Bewohner menschlicher Siedlungen. Sie brüten an Gebäuden und brüten in Innenstädten, Industrieanlagen und Blockrandbebauung. Auch in Brücken kann es Brutplätze geben wie ein bekanntes Beispiel aus dem Siegerland gezeigt hat. Sie brüten jedenfalls keineswegs nur in Großstädten und an Hochhäusern. Gerade Kleinstädte mit alter Bausubstanz und auch Dörfer und können besiedelt sein. Einfluglöcher befinden sich meist knapp unter dem Dach. Kotspritzer liefern oft erste Hinweise. Mehrere Paare können dasselbe Einflugloch benutzen, was eine quantitative Erfassung teilweise schwierig macht. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, ob die Vögel auch tatsächlich einfliegen, da Mauersegler aus der Umgebung bzw. Nichtbrüter Brutplätze nur „überprüfen“, sich ggf. kurz festhalten und dann weiterfliegen. Bei Vögeln, die in eine Höhle oder Nische schlüpfen, empfiehlt sich der Brutzeitcode B6. Eine vielleicht einfachere Methode, die Bestände zu quantifizieren ist die Beobachtung und Erfassung von „screaming parties“ („Schrei-Feiern“) an lauen Sommerabenden bis etwa Sonnenuntergang. Der englische Begriff beschreibt Trupps von Mauerseglern, die insbesondere abends laut rufend gemeinsam um Häuser und durch Straßenschluchten fliegen. Die maximale Anzahl der Altvögel sollte hier über ornititho.de bzw. die Naturalist-App eingetragen werden (Brutzeitcode A1 ist dann sicherlich immer richtig). Ende Mai/Anfang Juni brütet einer der Altvögel abends und die Maximalzahl entspricht weitgehend der Zahl der Reviere. Nichtbrüter müssen damit vernachlässigt werden, da Ihr Anteil so kaum abzuschätzen ist. Bei der Mauerseglererfassung bietet es sich an, unvollständige Listen anzulegen, aber manchmal gelingen natürlich auch Zufallsbeobachtungen. Aufgrund der abendlichen Aktivität lässt sich die Kartierung von Mauerseglern recht gut im Vorfeld von Nachtvogelerfassungen durchführen.
In einigen Regionen in NRW kümmern sich bereits Vogelschützer:innen um Gebäudebrüter und kennen ggf. auch bereits Mauerseglerkolonien. Hier kann es sich lohnen, sich vorher untereinander abzusprechen, da dies den Kartieraufwand erheblich verringern kann.
In NRW sind keine Kolonien baumbrütenden Mauersegler bekannt. Diese gibt es aber in einigen anderen Teilen Deutschlands. Einzelnachweise von Bruten in Bäumen gibt es aber auch bei uns. Die Entdeckung einer aktuellen Baumbrut wäre eine kleine Sensation und sollte unbedingt genauer dokumentiert und ggf. veröffentlicht werden. Ein schon einige Jahre zurückliegender Brutnachweis erfolgte in einem Baum im Siedlungsbereich (von Dewitz et al. 2011, Charadrius ) und aus NRW gab es auch mal eine Veröffentlichung zu einer Brut in einem Mehlschwalbennest (Riegel 1985, Charadrius). Das zeigt, dass auch bei gut erforschten Vogelarten Überraschungen immer möglich sind. Vielleicht gelingen im Rahmen von ADEBAR 2 ja ähnliche Beobachtungen.
02.06.2026
Neuer Rekord bei den Flussseeschwalben an der Weser
Barbara C. Meyer und Stefan R. Sudmann kümmern sich seit Jahrzehnten erfolgreich um den Schutz der bedrohten Flusssseeschwalbe. Die eleganten Fischjäger brüten ursprünglich an naturbelassenen Flüssen und Strömen mit ungestörten Kiesbänken. Da diese Lebensräume im mitteleuropäischen Binnenland nahezu verschwunden sind, bieten künstliche Flöße einen geeigneten Ersatzlebensraum. Nun können die beiden Biologen von einem neuen Erfolgserlebenis berichten.
„Bei der Kontrolle der Brutflöße in der Weseraue im Rahmen des vom LANUK (Landesamt für Natur, Umwelt und Klima) unterstützten NRW-weiten Monitorings wurden jetzt 40 Brutpaare festgestellt - so viele wie noch nie in diesem Landesteil. 39 Paare dängeln sich auf einem 16 m² großen Floß auf der Grube Mittelweser! Vier Küken sind bereits geschlüpft. Es ist durchaus möglich, dass sich noch weitere Brutpaare an anderer Stelle ansiedeln. Ein toller Erfolg, der durch den Einsatz der Biologischen Station Minden-Lübbecke, möglich wurde.“
Barbara C. Meyer & Stefan R. Sudmann
01.06.2026
Tag der Artenvielfalt 2026
Am gestrigen Sonntag wurde der „Tag der Artenvielfalt“ mit einem großen Fest im Botanischen Garten Bonn gefeiert. Unsere lokale Regionalgruppe, die OAG Bonn, war mit einem Stand dabei.
Am frühen Vormittag ging eine heftige Gewitterfront über das südliche Rheinland. Pünktlich zum Aufbau war es dann mit dem Regen vorbei und es sollte auch den ganzen Tag trocken bleiben. Dass die Sonne sich kaum zeigte, war nicht schlimm, nur die Informationsmaterialien wurden vom Wind ab und zu neu sortiert. Der Vogelgesang hielt aber den Tag über an und es wurde nicht so heiß wie in der Woche zuvor.
Insgesamt waren es beste Voraussetzungen, um den ganzen Tag über im Stundentakt vogelkundliche Exkursionen durch den Botanischen Garten anzubieten. Diese Führungen sind unbestritten das Highlight unserer Aktivitäten während des Tags der Artenvielfalt. Obwohl nicht besonders groß und inmitten dichter Bebauung gelegen, beherbergt der Botanische Garten in Bonn eine reiche Vogelwelt. Dazu tragen vor allem die schönen alten Bäume und die großflächigen Gewässer bei. Wir konnten den Teilnehmenden Sommergoldhähnchen ebenso zeigen wie Mäusebussarde und auch Stockente und Teichhuhn mit ihren Jungen. Mehrere Dutzend Personen haben wir so für die Vogelbeobachtung begeistern können.
Auch am Stand konnten wir uns intensiv mit den Besuchenden austauschen und unsere verschiedenen Tätigkeiten vorstellen. So berichteten wir ausführlich für ADEBAR 2 und die diversen Monitoringprogramme von DDA und NWO, brachten Flyer von OAG Bonn und NWO unter die Leute und beantworteten vogelkundliche Fragen. Einige davon waren erstaunlich konkret, z.B. ging es um das Turmfalkenpaar an einem bestimmten Gebäude und selbst nach einer Artpatenschaft für den Atlas wurde bereits gefragt. Andere Fragen drehten sich um auch sonst häufig genannte Themen wie die Vogelfütterung.
Die Veranstaltung endete um 17:00 Uhr. Leider war der Andrang etwas geringer als in den letzten Jahren. Vielleicht lag es daran, dass Stände auch außerhalb des Hauptgeländes standen. Auch hatten einige andere Verbände leider absagen müssen.
Umso begeisterter sind wir, dass uns die übrigesn rein ehrenamtliche Teilnahme wieder möglich war. Unser Dank geht an Esther Koch und Kathrin Schidelko für die exzellente Orga und an alle Beteiligten der OAG Bonn, die am Stand waren, Exkursionen geleitet haben und beim Ab- und Aufbau geholfen haben.
Vielen Dank an die Botanischen Gärten der Universität Bonn und alle Besucher:innen für die rundum gelungene Veranstaltung.
01.06.2026
NWO-Exkursion: Flamingos und Möwen im Zwillbrocker Venn & Wiesenlimikolen in den Amtsvennwiesen
Datum: 20.06.2026, 10:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr (1 Stunde Mittagspause und 30 Min Autotransfer)
Treffpunkt:Parkplatz am Zwillbrocker Venn, Google Maps
Die Exkursion beginnt im Zwillbrocker Venn, einem Schutzgebiet von knapp 200 Hektar Größe an der deutsch-niederländischen Grenze im Westen vom Kreis Borken. Es ist der Rest eines ehemaligen, weitaus größeren Hochmoorgebietes. Nach dem Verschließen von Entwässerungsgräben in den 1930er Jahren, die für bäuerliche Handtorfstiche angelegt wurden, bildete sich ein Flachwassersee. Die in diesem See befindliche Insel ist heute für seine Flamingokolonie berühmt. Neben Flamingos brüteten hier im vergangenen Jahr auch rund 2800 Lachmöwen- sowie mindestens zwei Schwarzkopfmöwenpaare. Mit etwas Glück lassen sich im Zwillbrocker Venn aber auch Blaukehlchen, Pirol und Schwarzhalstaucher beobachten. Nach circa zwei Stunden kehren wir im nahegelegenen Restaurant Kloppendiek für eine Stärkung ein, ehe wir in die 20 Autominuten entfernten Amtsvennwiesen weiterziehen. Die Amtsvennwiesen sind ein Grünlandgebiet von knapp 250 ha Größe, das sich südlich an das ehemalige Hochmoor des Amtsvenns anschließt. Beide Gebiete sind Bestandteil des Europäischen Vogelschutzgebietes "Moore und Heiden des Westlichen Münsterlandes" und damit auch des Natura 2000-Schutzgebietsnetzes. Die Amtsvennwiesen befinden sich im Norden des Kreises Borken und stellen eines der wichtigsten Brutgebiete für bedrohte Wiesenlimikolen wie Uferschnepfe oder Großen Brachvogel in NRW dar. In diesem überwiegend in Landeseigentum befindlichen Feuchtwiesengebiet werden im Rahmen des EU-Projekts LIFE Wiesenvögel NRW einige Schutzmaßnahmen durchgeführt, um den Bruterfolg der Wiesenvögel zu erhöhen. Was genau die Biologische Station Zwillbrock e.V. hier in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Jäger:innen und Landwirt:innen durchführt, sehen und erfahren die Teilnehmenden innerhalb von zwei Stunden vor Ort.
Wir bedanken uns bei der Biologischen Station Zwillbrock e.V., insbesondere Daniela Reich und Maximilian Roth für die Leitung und Organisation der Exkursion.
Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenlos, die Verpflegung im Restaurant Kloppendiek muss jedoch selbst bezahlt werden. Bitte bilden Sie nach Möglichkeit Fahrgemeinschaften. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt! Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung per Mail an geschaeftsstelle@nw-ornithologen.de.
23.05.2026
Beobachtungstipp – Vögel der Nacht
In den kommenden schönen Frühsommernächten lohnt sich für Vogelbeobachtende auch eine nächtliche Kartierfahrt, um den Vögeln der Nacht zu begegnen. In allen Lebensräumen sind dabei schöne und spannende Begegnungen mit z.T. selteneren und besonders interessanten Arten möglich.
In Wäldern und Grünanlagen machen um diese Jahreszeit die bettelnden Jungvögel der Eulen wie Waldohreule und Waldkauz mit auffälligen Rufen auf sich aufmerksam. In Laubwäldern kommt dazu die Waldschnepfe mit ihren eigentümlichen Balzflügen. In sehr offenen Nadelwäldern und Heiden ist in manchen Gebieten der eigentümliche Gesang der Nachtschwalben (besser als Ziegenmelker bekannt) zu hören.
In offenen Lebensräumen der Agrarlandschaft, vor allem aber in feuchten Niederungsgebieten und Flussauen und in Gewässernähe erweitert sich das Artenspektrum erheblich. Der Wachtelkönig kommt in einigen Gebieten wie der Hellwegbörde in Getreidefeldern und Brachen vor, lebt sonst aber vor allem in Feuchtwiesen und Auen. Sein nächtlicher Gesang („crex -crex“) ist weit zu hören. In der Agrarlandschaft wird er von Wachtel, Rebhuhn und Sumpfrohrsänger begleitet. Aus feuchten Hochstaudenfluren singt der Feldschwirl und mit etwas Glück vielleicht auch einmal der in NRW extrem seltene Schlagschwirl. Wird es noch nasser, können Teichrohrsänger, Wasserralle und vielleicht auch das seltene Tüpfelsumpfhuhn dazu kommen.
Alle genannten Arten stehen als im Fokus des Vogelmonitorings. Für einige von ihnen gibt es spezifische Erfassungsprogramme im Rahmendes Monitorings seltener Brutvögel, aber auch für die aktuelle ADEBAR-2-Kartierung sind sie von besonderem Interesse. Alle Beobachtungen sollten daher auf jeden Fall mit dem richtigen Brutzeitcode via ornitho.de bzw. NaturaList gemeldet werden.
Gute Gründe, sich auch einmal eine vogelkundliche Nacht um die Ohren zu schlagen!
Ralf Joest
22.05.2026
Update zu Watching people watching birds
Ein neuer Kinofilm hat großen Bezug zur NWO. Unter Beteiligung zahlreicher NWO-Ornis und einem Besuch der Filmer bei einem der vergangenen NWO-Tagungen entstand der Dokumentarfilm „Watching people watching birds“.
Der Film von Ulrike Franke und Michael Löken hat in Nordrhein-Westfalen am 6. Juni 2026 Premiere beim Kinofest Lünen. Die Weltpremiere war in Kopenhagen, die Deutschlandpremiere ist beim 41. DOK.fest in München. Die Filmemacher bewerben Ihren Film so „Politisch brisant, ernsthaft und doch humorvoll begleitet WATCHING PEOPLE WATCHING BIRDS Menschen, die sich mit Leidenschaft der Beobachtung von Vögeln widmen. Der weltberühmte Autor Jonathan Franzen, die Bäckereiverkäuferin oder das junge Ornithologenteam: sie alle eint die Liebe zu einer stark bedrohten Spezies. Durch ihre Augen und Ohren tauchen wir ein in die Welt der Vögel – eine Welt, die zu einer eindrucksvollen Metapher für den Zustand unseres Planeten wird.“
Der Film wird am 6. Juni auf dem Kinofest Lünen laufen.
Wann? Samstag, 6. Juni, 14:30 Uhr
Wo? Cineworld Lünen (Im Hagen 3, 44532 Lünen)
Weitere Informationen zum Film und der Trailer finden sich hier.
19.05.2026
Beobachtungstipp – von „Overshootern“ und anderen spannenden Arten
Im Mai und Juni tauchen oft Vogelarten auf, deren Verbreitungsgebiete normalerweise weiter südlich oder östlich liegen. Wir geben einige Tipps und versuchen Euch und Ihnen den Mund wässrig zu machen.
Es ist kaum zu glauben, aber das ornithologische Frühjahr neigt sich schon fast dem Ende zu. Die ersten Meisen sind vielleicht schon mit der Brut durch, bei den Eulen gibt es Ästlinge, und die Gesangsaktivität kann mittags schon deutlich abgeflaut sein. Dennoch ist die Brutzeit natürlich noch nicht vorbei. Viele Langstreckenzieher sind noch nicht lange wieder in ihren Brutgebieten und bei Mauersegler, Neuntöter, Sumpfrohrsänger & Co geht es natürlich jetzt erst richtig los. Außerdem lassen sich jetzt auch die vielen Jungvögel beobachten.
Die zweite Maihälfte und der Beginn des Juni sind aber auch aus einem anderen Grund spannend. Nun ist vielleicht die beste Zeit des Jahres, um Vögel aus südlichen Gefilden zu beobachten. Einige Arten wie der Orpheusspötter waren vor einigen Jahren noch Ausnahmeerscheinungen. Mittlerweile haben sie weite Teile des Südwestens unseres Landes besiedelt und können zunehmend auch weiter nordöstlich beobachtet werden. Es lohnt sich, sich Gesang und Rufe einzuprägen. Orpheusspötter bevorzugen meist warme, trockene Bereiche wie Bahndämme, Halden, Heiden und Ränder von Kiesgruben. In solchen Lebensräumen kann man auch nach den farbenprächtigen Bienenfressern und vielleicht sogar Wiedehopfen Ausschau halten. Diese sind jedoch störungsanfällig und Heerscharen von Fotograf:innen und Vogelbeobachtenden können diese leider schnell wieder vertreiben.
Wer lieber an Gewässern unterwegs ist, kann nach seltenen Reihern Ausschau halten. Lange Zeit wurden viele Fischfresser erbittert verfolgt und bis ins 20. Jahrhundert wurden einige Arten auch wegen ihrer Schmuckfedern intensiv bejagt. Zum Glück hat sich die Hutmode gewandelt und Reiher sind heute besser geschützt als früher. Hinzu kommen der Klimawandel mit milden Wintern und vielleicht auch die Entstehung neuer Lebensräume, so dass verschiedene Reiherarten eine deutliche Ausbreitung in Europa zeigen. Einige der südlichen Reiherarten brüten beispielsweise auf den britischen Inseln, und in den Niederlanden werden diese ebenfalls längst regelmäßig festgestellt. Auch in NRW sind z.B. Purpurreiher und Seidenreiher nicht mehr meldepflichtig und werden vergleichsweise regelmäßig in NRW gesehen. Auch Kuh- und Rallenreiher erfreuten immer wieder Vogelbeobachter*innen. Andere ökologisch ähnliche Arten wie Löffler, Sichler und Stelzenläufer breiten sich auch aus. Bei Letzteren sind auch zumindest Brutversuche zu beobachten. Auch Seidensänger sind bereits in fast allen Landesteilen beobachtet worden. Es lohnt sich also, an den Gewässern im Lande genauer hinzuschauen.
Daneben gibt es viele weitere Arten aus dem Süden, die zu dieser Zeit verstärkt beobachtet werden können. Einige Zugvögel ziehen im Frühjahr weiter als ihre Artgenossen. Im Südwesten verbreitete Arten können z.B. weiter nach Nordosten fliegen, südöstliche Arten tauchen plötzlich weiter nordwestlich auf (im Englischen spricht man von „overshooting“). Darunter sind zahlreiche Ausnahmeerscheinungen, die oft nur ganz kurz hier verweilen, manchmal aber auch Reviere bei uns etablieren. Für Aufsehen sorgten in der Vergangenheit immer mal wieder mediterrane Grasmücken oder auch Arten wie der Rotkopfwürger. In diesem Jahr wurden z.B. auch Iberienzilpzalpe gemeldet, die im Feld meist nur anhand ihrer Lautäußerungen zu bestimmen sind. Ganz aktuell wurde in den letzten Tagen beispielsweise eine Rotflügel-Brachschwalbe von der Bislicher Insel auf ornitho.de gemeldet. Auch Arten, die sonst weiter östlich verbreitet sind, werden im Mai/Juni immer mal wieder in NRW beobachtet. Es lohnt sich also jetzt auch, nach Arten wie Zwergschnäpper, Sprosser, Schlagschwirl, Karmingimpel & Co die Ohren offen zu halten. Wer für ADEBAR oder das Vogelmonitoring unterwegs ist, wird vielleicht zusätzlich noch mit der Beobachtung einer kleinen Seltenheit belohnt. Meldepflichtige Arten sollten natürlich bei der AviKom dokumentiert werden.
Wir wünschen viel Spaß beim Beobachten und spannende Entdeckungen!
18.05.2025
Spechtnachwuchs macht sich lautstark bemerkbar
Wer in der zweiten Maihälfte mit offenem Ohr im Wald spazieren geht, kann es eigentlich nicht überhören: die Spechtjungvögel betteln lautstark.
Dass Spechte Höhlen zimmern und darin brüten, weiß (hoffentlich) jedes Kind. Der Aufwand, Höhlen zu bauen, ist für die Vögel beträchtlich, aber das Brüten in Höhlen bringt einige Vorteile mit sich. In Höhlen sind die Jungen weitestgehend vor Witterungseinflüssen geschützt – eine gute Baumhöhle ist warm und trocken und bietet Schutz vor möglichen Fressfeinden. Es ist entsprechend wenig überraschend, dass Höhlenbrüter eine längere Nestlingszeit haben als vergleichbare Arten, die in offenen Nestern brüten. Obwohl sie bereits früh mit der Brut beginnen, werden junge Buntspechte erst Ende Mai, Anfang Juni flügge – gebietsweise kann es auch noch etwas später sein. Die gesamte Brutzeit aus Brut- und Nestlingsdauer bzw. anschließender Führungszeit dauert bei den kleineren Arten vielfach 40 bis 50 Tage, bei Grün- und Grauspecht knapp 70 und beim Schwarzspecht meist sogar über 70 Tage.
Bei den meisten heimischen Spechtarten umfasst ein Gelege etwa vier bis sieben oder acht glänzend weiße Eier – eine Tarnung ist in der Baumhöhle nicht notwendig. Beim Schwarzspecht sind es typischerweise drei bis fünf Eier, beim verwandtschaftlich ebenfalls zu den Spechten gehörenden Wendehals können es dagegen bis zu 14 Eier sein. Grünspechte und Schwarzspechte verwenden ihre Höhlen übrigens mehrfach, während die anderen Arten fast immer alljährlich neue Höhlen zimmern.
Im Mai sind die geschlüpften jungen Buntspechte nicht zu überhören. Ihre Bettelrufe sind laute anhaltende Rufreihen (gsi-gsi-gsi…), die während des ganzen Tages geäußert werden. Entfernt und für Vogelstimmen-Apps erinnern sie vielleicht ein bisschen an die Rufe des Kleinspechtes. Die Bettellaute hallen erstaunlich weit. Sie sind für die Eltern das Signal, unablässig Futter herbeizubringen – meist sind es Insekten und andere Wirbellose bzw. deren Larven, die Buntspechte mit ihrer geschickten Zunge unter der Borke von Bäumen hervorsuchen. Ein besonders reiches Nahrungshabitat ist stehendes Totholz, das zudem sehr gut geeignet ist, Höhlen anzulegen. Als Generalisten sind Buntspechte aber nicht nur in Wäldern, sondern auch in halboffenen Landschaften und selbst in Parks und Gärten auch im Siedlungsbereich anzutreffen.
Junge Buntspechte tragen eine auffallend rote Kopfplatte, was sie deutlich von den Altvögeln unterscheidet. Sie ähneln damit durchaus Mittelspechten. Es gibt jedoch einige Merkmale zur Unterscheidung. Hier gehen wir genauer darauf ein.
Wie gewohnt bitten wir, bettelnde Spechte in ornitho.de einzutragen. Sichere Brutnachweise mit hohen Brutzeitcodes (bettelnde Jungvögel im Nest bedeutet „C16“, der höchste verfügbare Brutzeitcode) sind bei vielen Vogelarten, die über revieranzeigendes Verhalten nachgewiesen werden, nicht häufig. Durch Ihre Meldungen auf ornitho.de tragen Sie zum besseren Verständnis der Verbreitung und Ökologie der Spechte bei. Störungen am Nest sind aber selbstverständlich zu unterlassen. Wer mit der Bestimmung der Spechte und ihren Lautäußerungen bereits bestens vertraut ist, kann helfen, die Bestandsentwicklung dieser Artengruppe zu überwachen. Beteiligen Sie sich beim Spechtmonitoring im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel! Dazu wird im zeitigen Frühjahr eine Route zweimal jährlich begangen und eine Klangattrappe eingesetzt. Gerne richten wir hier auch neue Routen in Ihrer Nähe ein.
Quelle: Zahner & Wimmer 2019