14.05.2022

Weltzugvogeltag 2022: Lichtverschmutzung gefährdet Zugvögel

Sommergoldhähnchen
Traumatisiertes Sommergoldhähnchen am Posttower (© Kathrin Schidelko)
Posttower
Der hell erleuchtete Posttower
(© Kathrin Schidelko, 2008)

Lichtverschmutzung ist ein Umweltproblem, das in den letzten Jahren zunehmend mehr Aufmerksamkeit bekommen hat. Das Fehlen eines dunklen Himmels, der nur von Mond, Planeten und Sternen beleuchtet wird ist nicht nur ein Problem für die Astronomie oder aus kulturellen Aspekten zu bedauern, sondern ein ernstes Problem für die Artenvielfalt. Insekten werden vom Licht angelockt und sterben an Lampen, aber auch Vögel werden vom Licht angezogen – ein Phänomen das seit dem 19. Jahrhundert gut beschrieben ist – Zugvogelmassen, die sich um Leuchttürme sammeln oder mit diesen kollidieren sind lange bekannt. Ungleich größer sind die Folgen unserer stark erleuchteten Städte. Dabei geht es dort bei vielen Beleuchtungen gar nicht darum, die Sicherheit der menschlichen Bewohner zu erhöhen, sondern nicht selten stehen ästhetische Aspekte im Vordergrund – dazu gehören Himmelsstrahler oder Lampen, die überwiegend nach oben leuchten. Auch unter energetischen Gesichtspunkten verschärfen viele Lampen die Klimakrise. Besonders fatal erweisen sich aber oft nachts hell erleuchtete Gebäude. Die UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten richtet heute den #WorldMigratoryBirdDay aus und macht in diesem Rahmen besonders auf die Gefahren der Lichtverschmutzung für Zugvögel aufmerksam.

NRW mit seinen vielen Städten ist vermutlich besonders stark betroffen. Ein prominentes Beispiel ist der Posttower in Bonn, von dem seit langem bekannt ist, dass er eine Todesfalle für Zugvögel darstellt. Eine bereits 2009 veröffentlichte Studie im Charadrius hatte dies erstmals gezeigt hat. Leider haben die danach durchgeführten Maßnahmen nicht ausgereicht, um die Gefährdung für Zugvögel abzustellen. Soeben erschien eine Folgestudie im Journal für Ornithologie. Betroffen sind u.a. Arten wie Rotkehlchen und Goldhähnchen. Autorinnen und Autoren machen zahlreiche Vorschläge, um die Gefahr von Lichtverschmutzung für die Vogelwelt zu reduzieren.