Aktuelle Meldungen

12.11.2019

Podcast zum Thema Gebäudebrüter

Podcast-Gebaeudebrueter
Buschtrommel-Podcast zu Gebäudebrütern

Franco Cassese von unserer AG Gebäudebrüter war zu Gast bei der Buschtrommel - einem Podcast zu Naturschutz und Naturschutzthemen. Vögel, die an Gebäuden brüten, haben große Probleme durch den Verlust ihrer Brutplätze. Eigentlich sinnvolle klimatische Gebäudesanierungen stehen leider oft im Widerspruch zum Artenschutz. In modernen Neubauten fehlen ebenfalls Nischen und Lücken. Die Konsequenz ist, dass Mauersegler, Haussperlinge und viele andere in ihren Beständen bedroht sind. Die gute Nachricht ist, dass man diesen Arten vergleichsweise einfach durch künstliche Nisthilfen helfen kann. Die ganze Geschichte erzählt Franco Cassese im Interview. Er berät Wohnungsbaugenossenschaften und private Hauseigentümer, wenn Sanierungspläne anstehen und hat NRW-weit bereits mehrere Tausend Nistkästen aufhängen lassen.

Hier geht es direkt zum Podcast.

 

 

07.11.2019

Vogel des Monats November 2019 - Die Falkenraubmöwe von Westhofen

Falkenraubmöwe
Die Falkenraubmöwe von Westhofen
(© Raimund Thiele)

„Der Schnabel der jungen Raubmöwe ist schlank, die Spitze dunkel. Die Handschwingenspitzen zeigen helle Säume. Ein kurzer Schwanzspieß ist auch zu sehen. Also scheint es eine junge Schmarotzerraubmöwe zu sein. Doch es kam anders...“

Die Geschichte der Falkenraubmöwe von Westhofen wird jetzt von Dieter Ackermann und Eckhard Möller als „Vogel des Monats Oktober 2019“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission der NWO erzählt. Mit Fotos von Dieter Ackermann und Raimund Thiele

 

 

03.11.2019

Lokalavifauna frei verfügbar: Die Vogelwelt im östlichen Rhein-Sieg-Kreis

Hinterkeuser 2008
Hinterkeuser, M. (2008): Die Vogelwelt im östlichen Rhein-Sieg-Kreis

Bereits 2008 hat Manfred Hinterkeuser eine Lokalavifauna herausgegeben: Die Vogelwelt im östlichen Rhein-Sieg-Kreis mit Leuscheid und Nutscheid - Ein Datenbuch. Nun hat Herr Hinterkeuser sein Werk der NWO als digitale Version zur Verfügung gestellt. Wohl niemand kennt die Avifauna der Region entlang der Sieg und seiner Nebenbäche am Übergang zwischen Kölner Bucht und Bergischem Land so gut wie Manfred Hinterkeuser. Er hat auf über 400 Seiten nicht nur den Ist-Zustand beschrieben, sondern ist besonders auf die Veränderungen eingegangen - trotz einiger positiver Entwicklungen sind viele Trends negativ und zahlreiche Arten sind lokal ausgestorben. Das Buch umfasst neben einer ausführlichen Einleitung Kapitel zu allen Arten der Region und ist nicht nur für die Lokalornis von hohem Interesse, sondern ein wichtiger Beitrag zur Vogelwelt Nordrhein-Westfalens.

Die NWO und unsere Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Bonn danken Manfred Hinterkeuser für sein außerordentliches Engagement, sein Durchhaltevermögen bei der Datenerhebung, der Zusammenstellung des Buches und dafür, dass die NWO diese Ergebnisse hier online präsentieren darf.

Frei verfügbares pdf: Hinterkeuser, M. (2008): Die Vogelwelt des östlichen Rhein-Sieg-Kreises.

 

 

30.10.2019

Neues Positionspapier: Gefährdung und Schutz von Waldvögeln in Deutschland

Schwarzspecht
Benötigt alte Baumbestände und stehendes Totholz: Schwarzspecht (© Hans Glader)

Nicht erst seit den letzten beiden Dürresommern ist der Zustand unserer Wäder und Forste in aller Munde. Zwar ist der Flächenanteil des Waldes in Deutschland und NRW vergleichsweise groß, aber auch in der Forstwirtschaft gab und gibt es Intensivierungsmaßnahmen, die zur Gefährdung zahlreicher Waldvogelarten beigetragen haben. Der Deutsche Rat für Vogelschutz hat daher kürzlich ein Positionspapier geschrieben und veröffentlicht, in dem 18 konkrete Maßnahmen als Forderungen aufgelistet sind, die zu einem besseren Schutz der Waldvögel beitragen. Für die NWO hat unser ehemaliger Vorsitzender und Spechtexperte Dr. Joachim Weiss an diesem Katalog mitgearbeitet. Die Arbeit wurde in den „Berichten zum Vogelschutz“ veröffentlicht.

Frei verfügbares pdf: DRV-Positionspapier: Gefährdung und Schutz von Waldvögeln in Deutschland

 

 

29.10.2019

Neues Positionspapier: Natur auf Zeit

Flussregenpfeifer
Profitiert von Natur auf Zeit: Flussregenpfeifer (© Hans Glader)

NRW ist wie wohl kein anderes Flächenbundesland vom Menschen überformt. Siedlungsbereiche und Industrieinfrastruktur machen einen nicht unerheblichen Anteil an der Fläche NRWs aus. Erstaunlicherweise können diese Gebiete manchmal aus Natur- und Vogelschutzsicht durchaus wertvoll sein. Auf Industriebrachen brüten Flussregenpfeifer und andere Pionierarten. An Gebäuden leben ehemalige Felsbrüter wie Schwalben, Mauersegler und Eulen. Der Schutz dieser Arten ist an solchen Standorten in Deutschland jedoch bisher keineswegs optimal. Viele Besitzer durchaus geeigneter Flächen für mehr Natur im Siedlungsbereich fürchten seltene Tierarten als Planungshindernis und ergreifen Maßnahmen, die eine Ansiedlung sogenannter „planungsrelevanter“ Vogelarten verhindern. Dabei gäbe es durchaus Abhilfe und die Möglichkeit, Naturschutz und die Belange von Eigentümern und Investoren zu versöhnen. „Natur auf Zeit“ ist ein sehr vielversprechender Ansatz. Stefan R. Sudmann findet, diese Idee sollte bei uns Schule machen und hat daher für den Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV) ein entsprechendes Positionspapier veröffentlicht. Auch die NWO ist aktives Mitglied des DRV, in dessen Zeitschrift - „Berichte zum Vogelschutz“ - die Arbeit kürzlich veröffentlich wurde.

Frei verfügbares pdf: DRV-Positionspapier: Natur auf Zeit

 

 

17.10.2019

Feldlerchenberingung in NRW

Feldlerche
Im Fokus der wissenschaftlichen Vogelberingung: Feldlerche
(© Wolfgang Charles)

Feldlerchen waren bei uns einst die häufigsten Brutvögel außerhalb des Siedlungsbereichs. Hier wie in ganz Europa hat die Art jedoch massive Bestandseinbußen erfahren müssen. Landnutzungswandel, insbesondere Veränderungen in der Landwirtschaft, gilt als Hauptursache. Feldlerchen sind vielfach Zugvögel - heimische Brutpopulationen verlassen NRW, nordöstliche Brutvögel treten bei uns als Durchzügler auf. Auch auf dem Zug und im Winterquartier droht den Vögeln Gefahr. Es ist kaum hinnehmbar, dass die Art weiterhin in Teilen Europas - wie beispielsweise in Südfrankreich - legal bejagt wird. Umso wichtiger ist es, dass das Zugverhalten dieser Art möglichst genau geklärt wird. In NRW werden daher Feldlerchen wissenschaftlich beringt. So auch in diesem Oktober im Rahmen eines internationalen Feldlerchenprogramms. Allein in der Nacht zum 15. Oktober konnten 1.000 Lerchen von drei erfahrenen Beringern mit Ringen der Vogelwarte Helgoland markiert werden. Rückmeldungen werden hoffentlich zu einem besseren Verständnis der Zugwege beitragen und damit letztlich auch den Schutz der Art voranbringen.

Quelle: Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“/Beringungszentrale (Olaf Geiter via Klaus Nottmeyer)

 

 

16.10.2019

Vogelschutz in NRW - Adventskolloquium 2019 in Münster

Feldlerche
Feldlerchen sind in NRW vielerorts selten geworden
(© Hans Glader)

Am 01.12.2019 findet das diesjährige Adventskolloquium der NWO in Münster statt. Unter dem Titel „40 Jahre Vogelschutzrichtlinie – Wie steht es um den Vogelschutz in NRW?“ werden wir uns auf Einladung von Dr. Jan Ole Kriegs und des Museums für Naturkunde im LWL-Landeshaus in Münster treffen. Wir haben ein umfangreiches Vortragspaket über Vogelschutzthemen geschnürt, die in NRW und darüber hinaus wichtig sind - vom Schutz der Feld- und Wiesenvögel über Vogelschutz im Wald bis zur Situation der EU-Vogelschutzgebiete in NRW. Fallbeispiele aus NRW werden ebenso beleuchtet wie das gesamteuropäische Bild, so dass wir davon überzeigt sind, für Sie ein spannendes Programm aufgestellt zu haben. Am Ende werden wir die Tagung traditionell bei Kaffee, Tee und Kuchen ausklingen lassen, so dass auch genügend Zeit für Gespräche und Diskussionen bleibt. Nach der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, den Weihnachtsmarkt in Münster zu besuchen.

NWO-Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen. Zur besseren Planung bitten wir jedoch um Anmeldung bis zum 15.11. Die Teilnahme ist kostenlos. Vor Ort wird um eine Spende gebeten.

 

 

01.10.2019

Vogel des Monats Oktober 2019 - Der Rosenstar von der Woeste

Rosenstar
Der Rosenstar von der Woeste
(© Martin Wenner)

„Am Montag, dem 2. September 2019, wurde in der Woeste, einem kleinen Naturschutzgebiet zwischen Bad Sassendorf und Lippetal im Kreis Soest, ein Sichelstrandläufer gemeldet. Am folgenden Tag meinte meine Frau nachmittags, dass wir doch den Strandläufer in der Woeste suchen könnten. Gesagt, getan. Eine Dreiviertelstunde später waren wir an Ort und Stelle. Der Vogel war für den Südostteil des Gebietes angegeben. Also begannen wir dort mit der Suche. Von einem Sichelstrandläufer war weit und breit nichts zu sehen. Wir fanden einen jungen Grünschenkel, einige Bekassinen, einen diesjährigen Kampfläufer und ca. 50 Kiebitze. 12 Graureiher standen ziemlich teilnahmslos am Wasserrand. Zwischen den Kiebitzen, die sich in der Nähe zum Kampfläufer aufhielten, wuselten einige Stare herum. Immer wieder flogen kleine Trupps dazu. Wir schenkten ihnen wenig Aufmerksamkeit und beobachteten wohl parallel – meine Frau per Fernglas und ich durch den Sucher der Kamera – den Kampfläufer, als wir beide nahezu gleichzeitig den kleinen hellen Vogel unmittelbar vor dem Kampfläufer stehend sahen... “

Die Geschichte des Rosenstars von der Woeste wird jetzt von Martin Wenner als „Vogel des Monats Oktober 2019“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission der NWO erzählt.