Aktuelle Meldungen

21.07.2017

Silberreiher aus Polen im Rheinland

Silberreiher
Silberreiher nehmen weite Wege in Kauf, um ins Rheinland zu kommen
(© Kathrin Schidelko)

Zwischen November 2016 und März 2017 hielt sich am Klärteich A in der Grube Vereinigte Ville östlich von Erftstadt-Kierdorf im Rhein-Erft-Kreis regelmäßig ein Silberreiher auf. Hermann-Josef Schmaus konnte ihn dort unzählige Male beobachten. Er bemerkte dabei, dass der Vogel einen gelben Farbring trug. Michael Kuhn recherchierte die abgelesenen Ringdaten und konnte Folgendes in Erfahrung bringen: Der Silberreiher wurde am 12.06.2012 als Nestling im Nordosten Polens beringt, nordwestlich von Bialystok. Die Entfernung zum Rhein-Erft-Kreis beträgt 1150 km.

Eine ähnliche Ablesung gelang Hajo Kobialka in der Weseraue im Landkreis Holzminden in Niedersachsen - knapp 70 Meter von NRW entfernt. Der Silberreiher, dessen gelben Farbring er am 04.12.2012 ablesen konnte, wurde am selben Ort und am selben Tag beringt. Die Entfernung zwischen Beringungs- und Ableseort betrug 901 km.

07.07.2017

Vogel des Monats Juli: Der Sandstrandläufer von der Bislicher Insel

Sandstrandläufer
Der Sandstrandläufer von der Bislicher Insel
(© Detlef Gruber)

Viel Aufregung und Hektik brach aus, als im Verlauf des 21. August 2015 die Nachricht die Runde machte, dass nahe bei Wesel ein extrem seltener Gast aus Amerika entdeckt worden war. Etliche Birder schafften es noch gerade so, vor der Abenddämmerung am Ort zu sein. Es konnten schnell noch einige Belegfotos per Digiskoping angefertigt werden. Vermutlich ist der Sandstrandläufer dann abends in der Dämmerung abgezogen. Am nächsten Tag konnte er trotz weiträumiger Nachsuche nicht mehr gefunden werden....

Die Geschichte des Sandstrandläufers von der Bislicher Insel wird jetzt von Detlef Gruber erzählt als "Vogel des Monats Juli 2017" auf der Homepage der Avifaunistischen Kommision der NWO.

03.07.2017

NWO-Exkursion NSG Großes Torfmoor am 2. Juli 2017

Torfmoor
Ernst-Günter Bulk und die NWO-Gruppe im Großen Torfmoor
(© Veronika Huisman-Fiegen)

Als sich morgens gegen 10 Uhr 26 Mitglieder und Gäste aus nahezu allen Teilen von Nordrhein-Westfalen zur diesjährigen NWO-Exkursion vor dem Moorhus am NSG großes Torfmoor im Kreis Minden-Lübbecke trafen, war die Wetter-Welt noch in Ordnung. Ernst-Günter Bulk vom NABU Minden empfing die große Gruppe und erzählte, welch lange und intensive Beziehung er zu der Landschaft direkt nördlich des Wiehengebirges habe. Seine ersten Erinnerungen reichen zurück bis in die 1940er Jahre…

Auf der Rundwanderung berichtete er immer wieder von den Erfahrungen und Erlebnissen im langen Kampf um die Unterschutzstellung des Gebietes, um den Stopp der Entwässerungen, um die Entfernung des massiven Birkenaufwuchses, um die Beruhigung des Innenbereichs, um die Einschränkung der Jagd und vieles mehr. Entstanden ist in jahrzehntelanger Arbeit der Beteiligten ein erstklassiges Naturschutzgebiet, das mit der ersten Brut von Kranichen in Nordrhein-Westfalen gekrönt wurde.

Dann setzte stundenlanger feiner Nieselregen ein, und die Sicht wurde herbstlich grau. An Thermik und Greifvögel war nicht zu denken. Trotzdem konnten wir einige interessante Arten hören und sehen wie Rohrammern, Baum- und Wiesenpieper, Schwarzkehlchen, einen Trupp von 10 überfliegenden Brachvögeln, Rohrweihe, Sturm- und Lachmöwen, Krickenten, Dorn-, Garten- und Mönchsgrasmücken, Weißstörche, mindestens 4 Waldwasserläufer, Gelbspötter, Rotmilan, Teichrohrsänger.

Torfmoor
Weite Landschaft im Großen Torfmoor
(© Barbara C. Meyer)

Nass und nasser wurde der Weg. Eine Rast in der NABU-Hütte am Schafstall war hochwillkommen. Der Rest der Strecke war gegen den Wind und Regen nicht sehr angenehm, aber dann nahm uns der Wald auf. Als wir den Westturm erreichten, klarte das Wetter ein wenig auf. Die tapferen Beobachter wurden mit guter Sicht auf einen BVB-gelben Pirol belohnt, kurz danach folgte noch ein Kleinspecht. Insgesamt eine runde Sache mit vielen anregenden Gesprächen und interessanten Informationen, die nach Wiederholung ruft. Und großer Dank gilt den Organisatoren, allen voran Ernst-Günter Bulk aus Lübbecke, der uns die weite Welt des Moores und seine Geschichte so anschaulich nahegebracht hat.

Heißer Kaffee und süßer Kuchen im Moorhus rundeten am Ende die Exkursion ab.

Eckhard Möller

ps Weitere Fotos von der Exkursion auf Facebook

28.06.2017

Sommergänsezählung steht bevor

Nilgans
Nilgänse mit Nachwuchs
(© Darius Stiels)

Am übernächsten Wochenende (8./9. Juli) findet die siebte landesweite „Sommergänsezählung“ in NRW statt. Wir hoffen, dass auch dieses Jahr wieder alle dabei sind und wir die sehr gute Abdeckung aus den Vorjahren beibehalten können. 2016 war noch einmal eine Steigerung gegenüber 2015. Falls der Termin am Wochenende gar nicht passt, ist es auch möglich am Freitag, 7. Juli oder am Montag, 10. Juli zu zählen. Wenige Tage vorher oder nachher ist es auch noch notfalls möglich, wir beabsichtigen aber die Zählung so synchron wie möglich durchzuführen.

Die Zählmethodik hat sich gegenüber den vergangenen Jahren nicht geändert. Wichtig ist vor allem:

- Tagsüber zählen (09:00 - 18:00 Uhr)
- Alle Gänsearten erfassen, auch „Halbgänse“ und Hybriden (also auch Brandgans, Rostgans, Nilgans, Kanadgans x Graugans etc.)
- Soweit möglich Altersangaben machen, d.h. zwischen Adulten, Diesjährigen und Pulli unterscheiden, damit der Bruterfolg bestimmt werden kann

Die Ergebnisse können am einfachsten punktgenau oder gebietsweise über ornitho gemeldet werden. Nullmeldungen können durch die Eingabe der Anzahl 0 für die Graugans gekennzeichnet werden. Naturalist-Nutzer sollten ergänzende Angaben daheim am Rechner ausfüllen. Alternativ kann natürlich auch der Zählbogen verwendet werden.

Sollten Sie dieses Jahr nicht mitmachen können, bitten wir um eine kurze Rückmeldung, damit wir Ersatz suchen können. Auch bei Fragen und Bemerkungen könnt Ihr uns gerne Bescheid geben. Weitere Infos, Kontakte und den Bericht zur letzten Zählung gibt es auf unserer AG-Seite.

Viel Spaß beim Zählen und Danke für Eure/Ihre Mitarbeit

Kees Koffijberg