Aktuelle Meldungen

07.07.2022

Ziegennmelkerprojekt erfolgreich in neue Saison gestartet

Aktuelles Bild: Zwei Ziegennmelkerküken aus einer späten Brut (© S.R. Sudmann)

Die NWO führt gemeinsam mit Partnern aus der Naturschutzplanung ein Projekt zur Störungstoleranz des Ziegenmelkers durch. Ziegenmelker sind dämmerungs- und nachtaktive Vögel, von denen vermutet wird, dass sie empfindlich auf Licht und Lärm durch Großveranstaltungen reagieren könnten. Ob und inwieweit das der Fall ist, wollen wir genauer herausfinden. Seit 2020 kommen dabei Wildtierkameras und die Verfolgung mittels Telemetrie zum Einsatz.

Im Rahmen der diesjährigen Untersuchungen wurden nun wieder Wildkameras an zwei Gelegen angebracht. Genau zum richtigen Zeitpunkt haben wir jetzt zwei frisch geschlüpfte Küken gefunden und konnten hier ebenfalls eine Kamera installieren, die nun Informationen zur Jungenaufzucht liefert. Bei diesen Bruten handelt es sich um Zweit- oder Ersatzbruten. An anderer Stelle wurde nachts ein Weibchen beobachtet, das mit seinen beiden flüggen Jungen auf der Jagd war. Ziegenmelker ernähren sich vor allem von großen Nachtfaltern. Das wahrscheinlich zugehörige Männchen markierte derweil das Revier mit dem typischen „Schnurren“. Unterstützt wird das Projekt von der Stöckmann-Stiftung. Weitere Informationen und Bilder gibt es hier.

Barbara C. Meyer & Stefan R. Sudmann

 

 

06.07.2022

Publikationen von Mitgliedern: Naturalized Parrots of the World

Neues Buch über Neozoen: Naturalized Parrots of the World

Das im Jahr 2021 erschienene Buch „Naturalized Parrots of the World - Distribution, Ecology of the World's Most Colorful Colonizers“ widmet sich nicht-heimischen Papageien. Das Buch hat 19 Kapitel, von denen eines - das über Papageien in Europa - von NWO-Mitglied Dr. Michael Braun verfasst wurde.

Das englischsprachige Buch beleuchtet auf 304 Seiten zum einen Hintergründe und Ökologie, zum anderen Fallstudien, z.B. zu bestimmten Regionen oder einzelnen Arten wie dem Halsbandsittich.

Das Buch ist über den (Online-)Buchhandel erhätlich. Die unverbindliche Preisempfehlung des Princeton-Verlages beträgt 45 $ bzw. 35 ₤. Weitere Informationen zu Publikationen unserer Mitglieder finden Sie hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

02.07.2022

Sommerliche Zählung der Gänse

Rostgans
Rostgänse sind in NRW außerhalb der Mittelgebirge weit verbreitet (© Hans Glader)

Nächstes Wochenende steht die Sommergänsezählung bevor. Am 09./10. Juli findet die alljährliche sommerliche landesweite Zählung der Gänse statt. Die meisten denken bei Gänsen eher an die Wintermonate, wenn große Schwärme arktischer Brutvögel der Taiga und Tundra in den Fluss- und Stromniederungen von Nordrhein-Westfalen überwintern. Bei den Sommergänsen liegt der Schwerpunkt aber vor allem auf den Neozoen: Kanadagans, Nilgans und Rostgans werden gezählt - aber auch die bei uns brütenden Grau- und Weißwangengänse und einige seltenere Arten werden dabei erfasst. Nil- und Rostgans sind trotz ihres Namens übrigens keine echten Gänse, sie sind näher mit den meisten Enten verwandt, früher sprach man auch von sogenannten Halbgänsen, aber die deutschen Namen können die Verwandtschafsverhältnisse nur fehlerhaft bzw. unvollständig widergeben. Durch Erfassung des Jungvogelanteils erlaubt das Monitoring übrigens auch Aussagen über den Bruterfolg der Vögel in diesem Jahr.

Die Sommergänsezählung wird seit 2011 mit Unterstützung des LANUV von der NWO organisiert. Sie ist wesentliche Grundlage des Managements der Neozoen und NRW ist mit diesem Monitoring im Vergleich zu den anderen Bundesländern ein wichtiger Vorreiter. Wer mehr über die Sommergänsezählung erfahren möchte, vielleicht selbst mitmachen will, findet weitere Hintergründe und Auswertungen der vergangenen Zählungen auf der Infoseite zur Sommmergänsezählung.

 

 

29.06.2022

Bislang gute Saison für Flussseeschwalben in NRW

Flussseeschwalbe
Junge Flussseeschwalben auf einem speziellen Brutfloß am Niederrhein (© Stefan R. Sudmann)

Flussseeschwalben gehören zu den seltensten Brutvögeln in NRW. Die eleganten Vögel stehen aktuell als gefährdet auf der Roten Liste unserer Brutvögel. In diesem Jahr wird erstmals im Auftrag des LANUV eine landesweite Bestandserfassung des Brutbestands der Flussseeschwalbe durchgeführt. Dabei wurden bislang 30 Paare an der Weser und 170 Paare am Unteren Niederrhein festgestellt. Der Landesbestand liegt damit bei ca. 200 Paaren, was im Vergleich mit den in den letzten Jahren ehrenamtlich erhobenen Daten ein gutes Ergebnis ist. Während an der Weser ausschließlich auf Inseln in ehemaligen bzw. aktiven Abgrabungsbereichen gebrütet wird, nisten die Niederrheiner nahezu ausschließlich auf Flößen. Ermöglicht wurde die Bestandserholung am Niederrhein durch mehrere neue von Kiesunternehmen hergestellte und ausgelegte Flöße. Ohne diese Artenhilfsmaßnahme wäre die Flussseeschwalbe am Niederrhein als Brutvogel bereits verschwunden. Bislang entwickeln sich die Küken gut und es gibt nur wenige Todesfälle. Inklusive der Nachgelege kann die Aufzuchtzeit noch bis Anfang August reichen, so dass dies nur eine Zwischenmeldung ist.

Barbara Meyer & Stefan R. Sudmann

 

 

27.06.2022

Infrastruktur, Jagd und Klimawandel mit Bestandsrückgängen von Zugvögeln verknüpft

Baumpieper
Baumpieper gehören zu den bedrohten Langstreckenziehern (© Hans Glader)

Bestände von Zugvögeln nehmen global ab. Eine neue Studie der Universität von East Anglia, der Universität von Porto und der Universität von Lissabon und der Tschechischen Gesellschaft für Ornithologie zeigt, dass dies durch menschengemachte Veränderung der Landschaft verursacht wird. Die Untersuchung basiert auch auf Daten des paneuropäischen Monitorings häufiger Brutvögel (PECBMS), das in NRW durch unser Monitoring häufiger Brutvögel (MhB) repräsentiert wird. Studien wie diese wären ohne die Mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher Kartierer*innen nicht möglich.

Bestandsrückgänge sind bei den Arten am größten, die durch Gebiete mit mehr menschlicher Infrastruktur (Straßen, Gebäude, Stromleitungen, Windkraftanlagen), höherer menschlicher Siedlungsdichte und hohem Jagddruck ziehen. Habitazerstörung und Klimawandel spielen ebenfalls eine wichtige Rolle beim langfristigen Rückgang der Vogelbestände. Das Forschungsteam hofft, ihre Arbeit hilft bei gezielten Naturschutzmaßnahmen. Dr. James Gilroy (UEA’s School of Environmental Sciences) sagte: „Wir wissen, dass Zugvögel stärker bedroht sind als Standvögel, es ist aber unklar, warum. Wir möchten herausfinden, wo in ihrem Lebenszyklus die Vögel am meisten menschlichen Einflüssen ausgesetzt sind.“

Insgesamt 103 Zugvogelarten wurden untersucht. Fortschritte in der Fernerkundung (Satellitenbildtechnologien) erlaubten es, Karten von 16 Bedrohungen über Europa, Afrika und Westasien zu erstellen, darunter die erste großskalige Kartierung des Jagddrucks.

Dr. Aldina Franco (ebenfalls UEA’s School of Environmental Sciences) ergänzte: „Unsere Ergebnisse sind deshalb wichtig, weil wir verstehen müssen, wo im Bestand rückläufige Arten während ihres Zugweges am stärksten durch Menschen bedroht sind. Genaue Lokalisierungen können helfen, Naturschutzmaßnahmen gezielt einzusetzen.“

Eine ausführliche englischsprachige Pressemitteilung, auf der dieser Beitrag beruht, befindet sich auf der PECBMS-Homepage. Der Fachartikel erschien im Fachmagazin Global Ecology and Biogeography und ist hier frei verfügbar.

 

 

26.06.2022

Uferschwalbenmonitoring hat begonnen

Uferschwalbe
Die Uferschwalbensaison hat begonnen
(© Hans Glader)

Bereits am 20.06. startete die diesjährige Saison zum Uferschwalbenmonitoring. Uferschwalben brüten in Kolonien. Neströhren werden in Steilwände an naturnahen Flüssen und in Sekundärlebensräumen wie z.B. Sandgruben selbst gegraben. In NRW ist die Uferschwalbe die seltenste der drei regelmäßig vorkommenden Schwalbenarten. Sie steht auf der Roten Liste der Brutvögel Nordrhein-Westfalens als stark gefährdet. Es ist außerdem bekannt, dass Uferschwalbenbestände stark schwanken können und die Art eine sehr großräumige Populationsdynamik aufweisen kann – Vögel, die in einem Jahr an einer bestimmten Stelle gebrütet haben, können im nächsten Jahr an ganz anderer Stelle auftauchen - sicherlich eine Anpassung an die Dynamik natürlicher Flussufer, die bei uns leider selten geworden sind. Uferschwalben lassen sich kaum sinnvoll im Rahmen eines Monitorings gemeinsam mit anderen Arten erfassen, so dass ein eigenes Modul im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel des DDA etabliert wurde.

Das Brutbestandsmonitoring umfasst lediglich zwei Termine: eine optionale Begehung zwischen dem 20. Juni und dem 10. Juli, um die Zahl besetzter Röhren zu bestimmen, und ein verpflichtender Termin zwischen dem 11. und 31. Juli. Die Dateneingabe läuft bequem über ornitho.de oder die Naturalist-App.

Seit Beginn des Monitorings konnten bereits zahlreiche Koloniestandorte vergeben werden, so dass wir hoffen, zukünftig eine bessere Datengrundlage über die Bestandsentwicklung dieser spannenden Art haben. Trotzdem werden aber viele Gebiete noch nicht erfasst. Wenn Sie selbst Kolonien kennen und Zeit und Lust finden, sich am Monitoring der Uferschwalben zu beteiligen, freuen wir uns, wenn Sie sich bei der KVM (Koordinierungsstelle Vogelmonitoring NRW) melden. Kontakt und weitere Informationen zum Uferschwalbenmonitoring gibt es hier.

 

 

17.06.2022

Vogeltränken aufstellen

Kohlmeise
Wasserstellen locken Vögel an - hier eine Kohlmeise (© Hans Glader)

Die nächste Hitzewelle ist da und erfüllt damit leider alle Prognosen der Klimawissenschaft. Aktuell leiden viele Vögel und andere Tiergruppen unter der Trockenheit. Langfristig verändern sich Ökosysteme, unmittelbar trocknen aber erstmal Pfützen und Flachgewässer aus. Dabei müssen die meisten Vögel – obwohl sie aufgrund ihres Stoffwechsels echte Wassersparer sind – regelmäßig trinken. Wie Vögel trinken erklären wir übrigens hier. Viele Arten baden aber auch ausgesprochen gerne, schließlich hängt das Überleben eines Vogels maßgeblich vom Zustand seines Federkleids ab.

Wer den Vögeln im direkten Umfeld helfen möchte, kann jetzt Tränken aufzustellen. Ein wassergefüllter Blumenuntersetzer auf der Terrasse, im Garten oder auf dem Balkon dürfte rasch mehrere Arten anlocken. Oft bieten sich dabei sehr schöne Beobachtungsmöglichkeiten. Bitte beachten Sie, dass Tränken sicher vor Katzen aufgestellt werden sollten (z.B. in einer aufgehängten Schale) und auch Scheibenanflüge sind ein Risiko. Auch Vogelkrankheiten können an Tränken und Futterstellen übertragen werden. Tränken sollten daher täglich gereinigt werden und bei Verdachtsfällen entfernt werden, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

 

 

15.06.2022

Vogelschutztagung NRW 2022 - Vogelschutz im Wald am 17.09.2022

Balzende Schwarzstörche - leider ein zundehmend selten werdender Anblick über unseren Wäldern (© Hans Glader)

Unsere Wälder wandeln sich aktuell in einem bisher zumindest in jüngster Zeit nicht beobachteten Ausmaß. Die Klimakrise und die mit dieser oft in engem Zusammenhang stehenden Nutzungsbedingungen tragen dazu bei. Vor diesem Hintergrund wurde für die diesjährige Vogelschutztagung das wichtige Thema „Vogelschutz im Wald“ ausgewählt. Gefragt wird beispielsweise, wie die momentane Bestandsentwicklung bei typischen Waldarten wie Spechten und Eulen aussieht. Gegenstand der Veranstaltung wird auch die Bedeutung von Kalamitäts- und Störflächen als mögliche neue Lebensräume für Halboffenlandarten. Weitere Beiträge und aktuelle Entwicklungen werden zudem in Impuls-Vorträgen vorgestellt.

Natürlich wird es neben den Fachvorträgen genügend Zeit für Austausch und Diskussionen geben. Das vorläufige Programm gibt es als pdf-Datei auf der Homepage der Natur- und Umweltakademie NRW.

Die Vogelschutztagung wird von der NUA, der Vogelschutzwarte im LANUV, dem NABU-Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz und der NWO durchgeführt. Die Veranstaltung findet am 17. September 2022 von 09:30 bis 18:00 Uhr in der NUA in Recklinghausen statt. Eine Anmeldung bei der NUA ist notwendig. Die Teilnahme kostet 40,00 € (ermäßigt 20,00 €).