Brutbestandsmonitoring Röhrichtbrüter

Rohrammer (© Hans Glader)

Brutvögel größerer Röhrichtbestände sind aufgrund der punktuellen oder linearen Verteilung geeigneter Lebensraumelemente nicht flächendeckend in der Landschaft verteilt. Trends der Brutbestände sind daher kaum über Monitoringprogramme häufiger Brutvögel zu erfassen. Hier setzt das bundesweite Modul zur Erfassung der Röhrichtbrüter an. In den folgenden Habitaten können Zählrouten etabliert werden: Schilfgürtel entlang von Binnengewässern, größere Klärteiche oder Rieselfelder mit Schilfbeständen, schmale Schilfstreifen entlang von Flüssen, Kanälen oder Gräben. Denkbar ist auch die wasserseitige Erfassung von Röhrichten mit Hilfe eines Kanus/Bootes (wenn jedes Jahr so machbar!). Allerdings sind großräumige Gebiete mit dieser Lebensraumausstattung in NRW ausgesprochen selten (geworden). Routen sollten in der Regel eine Länge von etwa 1 bis 3 km haben. Zielarten sind u.a. Rallen, Rohrsänger, Schwirle und Arten wie die Rohrammer (insgesamt maximal 19 Arten). Vorgesehen sind jährliche Erfassungen mit drei Begehungen, optional sind zwei Nachtbegehungen für Dommeln und seltene Rallen möglich. Bitte beachten Sie, dass in Schutzgebieten eine vorherige Absprache mit Schutzgebietsbetreuern (oft Biologische Stationen) notwendig ist bzw. selbstverständlich sein sollte.

Da vermutlich nicht so viele Gebiete wirklich gut für dieses Modul geeignet sind, empfehlen wir Interessenten am Brutgebietsmonitoring in Feuchtgebieten in den meisten Fällen, das Modul für Binnengewässer-Arten auszuwählen. Dort können über eine erweiterte Artenliste nicht nur dieselben Röhrichtbrüter erfasst werden, sondern bei gleicher Zahl an Begehungen zudem die Brutbestände der Wasservögel. Die Untersuchungsgebiete sind beim Binnengewässer-Modul allerdings flächig, was gerade bei kleineren Feuchtgebieten, Teichen u.ä. sinnvoll ist. Gerne können wir bei konkreten Fällen gemeinsam überlegen, welches Modul für ein Gebiet am besten geeignet ist.

Das Röhrichtbrüter-Modul ist in aller Regel ein Programm für eher fortgeschrittene Vogelbeobachter:innen, da mehrere oft nicht so einfach zu erkennende Arten erfasst werden sollen. Die Datenerfassung erfolgt in NRW bequem über eine spezielle Eingabemaske in der NaturaList-App (nur auf Android-Handys verfügbar) bzw. in ornitho.de. Dazu wird Ihr Gebiet bzw. die Route zuerst eingerichtet. Die Auswertung erfolgt automatisiert, so dass es lediglich notwendig ist, die Beobachtungen den Vorgaben entsprechend einzutragen. Zudem gibt es ein ausführliches Merkblatt, Anleitungen für ornitho und die NaturaList-App. Ein Videotutorial auf Youtube erleichtert ebenfalls den methodischen Einstieg. In der Mitmachbörse kann geguckt werden, wo schon Gebiete vergeben sind. Neue Gebiete richten wir gerne für Sie ein.

 

Ansprechpartner

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Koordinierungsstelle Vogelmonitoring NRW

c/o Kathrin Schidelko & Darius Stiels
Bondorfer Str. 45
53604 Bad Honnef
Telefon: 0151/59155082

E-Mail: geschaeftsstelle@nw-ornithologen.de